Unsere Geschichte - erzählt von Doris Wenz

Der erste Hausengel war die polnische Pflegekraft für meinen Vater. Nunmehr geben wir unsere Erfahrungen und unser Wissen weiter an alle Familien, die in eine ähnliche Lage wie wir geraten sind und Hilfe brauchen.

Wäh­rend eines Te­le­fon­ge­sprä­ches wurde uns eine Frau mit guten Deutsch­kennt­nis­sen gegen eine Ver­mitt­lungs­ge­bühr von 1.200,00 DM ver­spro­chen. Die Frau sollte 1.000,00 DM mo­nat­lich ver­die­nen. In der Hoff­nung, ge­eig­nete Un­ter­stüt­zung ge­fun­den zu ha­ben, fuhr mein Mann nach Ber­lin – was von uns etwa 500 km ent­fernt ist.

Auf der Suche nach einer vertrauensvollen Pflegekraft

 

Auf einem Park­platz fand in großer Hek­tik die „Über­ga­be“ der Ver­mitt­lungs­ge­bühr und das „Ent­ge­gen­neh­men“ der ver­spro­che­nen Frau statt. Nach­dem die Ver­mitt­le­rin ihr Geld er­hal­ten hat­te, war sie auch schon weg und mein Mann al­leine mit der Frau. Lei­der musste er schnell fest­stel­len, dass die Deutsch­kennt­nisse kei­nes­wegs gut wa­ren, sie ver­stand und sprach kaum ein Wort. Auf un­sere Kos­ten fuhr die Frau am nächs­ten Tag zu­rück nach Po­len.

Die nächste Frau war zu­nächst viel ver­spre­chend, nach ein paar Wo­chen stellte sich al­ler­dings her­aus, dass sie ein Al­ko­hol­pro­blem hat­te. Auf diese Weise schlu­gen meh­rere Ver­su­che, über Te­le­fon­num­mern in Zei­tun­gen eine ge­eig­nete Pfle­ge­kraft zu be­kom­men, fehl.

Trotz der vie­len Rück­schläge stand für uns fest, mei­nen Vater nicht ins Pfle­ge­heim zu ge­ben. Mein Wunsch war es, ihm die Mög­lich­keit zu ge­ben, seine letz­ten Jahre in sei­ner ver­trau­ten und ge­wohn­ten Um­ge­bung, näm­lich im Kreise sei­ner Fa­mi­lie, zu ver­brin­gen. Täg­li­che Ri­tuale wie zum Bei­spiel das zu Bett brin­gen mit Hilfe mei­ner Mut­ter zeig­ten mir, wie schön es für ihn war, zu Hause be­treut zu wer­den. Beide konn­ten be­ru­higt den Tag be­en­den und schla­fen ge­hen. Mit viel Ruhe, Ge­duld und ver­trau­ten Wor­ten konnte ich auch in der Nacht mei­nen manch­mal ver­ängs­tig­ten Vater be­ru­hi­gen. Erst als wir in Kon­takt zu einer pol­ni­schen Ver­mitt­le­rin aus No­wo­gard kamen wen­dete sich für uns das Blatt und wir be­ka­men eine gute pol­ni­sche Be­treu­ungs­kraft.

Mein Sohn, der Jura stu­dier­te, machte mir schnell klar, dass er strikt da­ge­gen ist, die Frau schwarz zu be­schäf­ti­gen.

Daher be­gann er nach einer Mög­lich­keit zu su­chen, sie legal in Deutsch­land zu be­schäf­ti­gen. Nach­dem er die­sen Weg ge­fun­den und wir un­sere pol­ni­sche Pfle­ge­kraft ord­nungs­ge­mäß an­ge­mel­det hat­ten, konn­ten wir eine lie­be­volle Un­ter­stüt­zung für die Pflege und Be­treu­ung mei­nes Va­ters rea­li­sie­ren.

Dar­auf folg­ten An­fra­gen von wei­te­ren Fa­mi­li­en, die eben­falls Un­ter­stüt­zung brauch­ten und auf der Suche nach einer ge­eig­ne­ten Be­treu­ungs­kraft wa­ren. Wir hal­fen ih­nen, und so ent­stand die Hau­sen­gel Be­treu­ungs­dienst­leis­tun­gen GmbH.

Doris WenzDoris Wenz