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Querschnittlähmung

Ursachen. Symptome. Behandlung.

Die sogenannte Paraplegie ist ein Zustand, der die untere Körperhälfte betrifft und zu Lähmungen oder Gefühlsstörungen in den Beinen und manchmal auch im unteren Rumpf führt. Sie kann durch verschiedene Faktoren wie Rückenmarksverletzungen, Krankheiten oder medizinische Zustände verursacht werden. Wenn Sie oder jemand, den Sie kennen, mit einer Querschnittlähmung lebt, ist es wichtig, die Krankheit zu verstehen und zu lernen, wie man sich an diese neue Lebenssituation anpassen kann. In diesem Beitrag erfahren Sie, was eine Querschnittlähmung ist, welche Ursachen sie hat und welche Behandlungs- und Therapieansätze es gibt.

Was ist eine Querschnittlähmung?

Was ist eine Querschnittlähmung?

Querschnittlähmung bezieht sich auf eine Verletzung des Rückenmarks, die zu einer teilweisen oder vollständigen Lähmung der motorischen und sensorischen Funktionen unterhalb der Verletzungsstelle führt. Diese Art von Lähmungen tritt in der Regel nach einem Unfall oder nach Verletzungen auf, bei denen das Rückenmark durchtrennt oder gequetscht wird. Die Auswirkungen einer Querschnittslähmung können je nach Schweregrad der Verletzung von einer eingeschränkten Mobilität bis hin zur vollständigen Lähmung der bein- und/oder armnahen Regionen reichen.

Betroffener Pflegebedürftiger nutzt einen Rollstuhl zur Fortbewegung

Querschnittlähmung

Das sagt die Statistik

In Deutschland sind etwa 140.000 Menschen von einer Querschnittlähmung betroffen. Jährlich steigt diese Zahl um 2.300 bis 2.500 Fälle an. Das Durchschnittsalter der Betroffenen liegt bei 60,5 Jahren. Die Verteilung der Ursachen liegt bei etwa 45 % unfallbedingten bzw. traumatischen Fällen und 55 % krankheitsbedingte bzw. nicht-traumatischen Fälle. Weltweit betrachtet zieht sich alle anderthalb Minuten jemand eine Querschnittlähmung zu.

 

Die Ursachen für Querschnittlähmung können vielfältig sein, ihre Auswirkungen tiefgreifend. Oft sind betroffene Person in allen Bereichen des täglichen Lebens beeinträchtigt. Umfassende medizinische Betreuung und Rehabilitation sind daher unerlässlich, um eine bestmögliche Lebensqualität von Menschen mit Querschnittslähmung zu gewährleisten und deren Selbstständigkeit so weit wie möglich zu erhalten. Die Erforschung und Entwicklung von Therapien und Hilfsmitteln ist daher von entscheidender Bedeutung.

Ursachen und Formen

Ursachen für eine Querschnittlähmung

Die Ursache für eine Querschnittlähmung kann entweder traumatisch oder nicht-traumatisch sein. Traumatische Ursachen umfassen Verletzungen des Rückenmarks, die durch Unfälle verursacht werden. Dazu zählen etwa Verkehrsunfälle, Sportverletzungen, Stürze oder Gewalttaten.

Nicht-traumatische Ursachen können aufgrund von Krankheiten wie Tumoren, Entzündungen, Infektionen oder degenerativen Erkrankungen auftreten.

Formen der Querschnittlähmung

Abhängig von der Höhe und dem Ausmaß der Rückenmarkschädigung kann man verschiedene Formen von Querschnittlähmung unterschieden.

Von Paraplegie Betroffener sitzt in einem Rollstuhl und sieht aus dem Fenster

Paraplegie und Tetraplegie

Die Lähmungshöhe entscheidet über Paraplegie (Lähmung der Beine und ggf. des Rumpfes) oder Tetraplegie (Lähmung aller vier Gliedmaßen und ggf. des Rumpfes und der Atemmuskulatur).

Bei Paraplegie infolge von Brustwirbelverletzungen ist in der Regel die untere Körperhälfte betroffen. Bei Halswirbelverletzungen kann es zu einer Tetraplegie (auch als Quadriplegie bekannt) kommen, was bedeutet, dass die Lähmung sowohl die Arme als auch die Beine betrifft.

Die Symptome einer Querschnittslähmung können Taubheit, Muskelschwäche, Harn- und Stuhlinkontinenz sowie sexuelle Dysfunktion umfassen, jeweils individuell abhängig von der Höhe und Schwere der Rückenmarksverletzung.

Die Lähmung kann entweder komplett oder inkomplett sein. Eine komplette Lähmung bedeutet, dass keinerlei Empfindung oder Bewegung unterhalb der Verletzungsebene möglich ist, während bei einer inkompletten Lähmung noch einige Bewegung oder Empfindung vorhanden sein kann.

Komplette und inkomplette Lähmung

Eine komplette Querschnittslähmung tritt auf, wenn das Rückenmark vollständig durchtrennt oder schwer geschädigt ist. Die betroffenen Körperfunktionen und Symptome hängen davon ab, welcher Bereich des Rückenmarks betroffen ist, können aber folgende umfassen: vollständiger Verlust der motorischen und sensorischen Funktion unterhalb der Verletzungsstelle, Lähmung der Beine und/oder Arme, Beeinträchtigung der Blasen- und Darmfunktion, sexuelle Dysfunktion, Muskelatrophie und Spasmen. Auswirkungen einer kompletten Querschnittslähmung können eine dauerhafte Behinderung, Einschränkung der Lebensqualität, Abhängigkeit von Gehhilfen oder Rollstühlen und erhöhte Anfälligkeit für medizinische Komplikationen umfassen.

Die Ursachen für komplette Querschnittslähmungen können, wie oben bereits beschrieben wurde, vielfältig sein und Unfälle oder Stürze, Wirbelsäulenverletzungen, Tumore im Rückenmark, Entzündungen, Infektionen oder traumatische Verletzungen durch Gewalt umfassen. Insgesamt stellt eine komplette Querschnittslähmung eine schwerwiegende und lebensverändernde Situation dar, die spezifische medizinische und pflegerische Betreuung erfordert.

Die inkomplette Querschnittslähmung (auch unvollständige Querschnittslähmung) tritt auf, wenn das Rückenmark teilweise beschädigt ist. Im Gegensatz zur kompletten Querschnittslähmung behalten Betroffene mit unvollständiger Querschnittslähmung oft noch gewisse motorische oder sensorische Funktionen unterhalb der Verletzungsebene bei. Symptome können von Taubheitsgefühl und Muskelschwäche bis zu Koordinationsproblemen und Gangstörungen reichen.

Die inkomplette Querschnittslähmung kann ebenfalls durch verschiedene Ursachen wie Unfälle, Tumore oder Entzündungen auftreten und zu erheblichen Auswirkungen auf die Lebensqualität der Betroffenen führen. Neben körperlichen Einschränkungen können auch psychische Belastungen und allgemeine soziale Herausforderungen auftreten.

Für Patienten mit inkompletter Querschnittslähmung stehen verschiedene Therapiemethoden zur Verfügung, darunter Physiotherapie, Ergotherapie, Sporttherapie und psychotherapeutische Unterstützung. Diese Therapien können dazu beitragen, die Beweglichkeit zu verbessern, den Schmerz zu lindern und die Unabhängigkeit im Alltag zu fördern. Darüber hinaus können sie auch die psychische Gesundheit und die soziale Integration der Betroffenen fördern, was letztendlich zu einer verbesserten Lebensqualität führt.

Spastische und schlaffe Lähmung

Diese Unterscheidung basiert darauf, welche Motoneuronen betroffen sind. Spastische Lähmungen betreffen das motorische Zentrum des Gehirns und seine Axone im Rückenmark, während schlaffe Lähmungen jene Neuronen im Rückenmark anbelangen, die die Muskeln kontrollieren. Beide Arten von Lähmungen haben unterschiedliche Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten.

Spastische Lähmungen sind durch einen erhöhten Muskeltonus und Steifheit in den betroffenen Muskeln gekennzeichnet. Sie treten auf, wenn die oberen motorischen Neuronen im Gehirn oder Rückenmark geschädigt sind. Durch diese Schädigung wird der normale Signalfluss vom Gehirn zu den Muskeln gestört, was zu unwillkürlichen Muskelkontraktionen und Muskelverspannungen führt. Die betroffenen Muskeln können steif werden, was Bewegungen erschwert und manchmal schmerzhaft macht. Spastische Lähmungen betreffen oft beide Seiten des Körpers und können von anderen Symptomen wie Muskelkrämpfen und übertriebenen Reflexen begleitet sein. Die Behandlung umfasst Medikamente zur Muskelentspannung, Physio- und Ergotherapie sowie die Verwendung von Orthesen, um die Beweglichkeit zu verbessern.

Eine Darstellung, die die Funktionen der Spinalnerven näher erklärt

Schlaffe Lähmungen hingegen sind mit einem verminderten Muskeltonus und Schwäche verbunden. Sie treten auf, wenn die unteren Motoneuronen geschädigt sind, die für die Übertragung von Signalen aus dem Rückenmark an die Muskeln verantwortlich sind. Schlaffe Lähmungen können verschiedene Ursachen haben, darunter Nervenverletzungen, periphere Neuropathien und bestimmte Erkrankungen wie das Guillain-Barré-Syndrom. Bei schlaffen Lähmungen werden die betroffenen Muskeln so schlaff, dass es schwierig ist, Bewegungen einzuleiten oder zu kontrollieren. Die Behandlung konzentriert sich auf Physiotherapie, um die Muskeln zu stärken und die Beweglichkeit zu verbessern.

Im Verdachtsfall richtig handeln

Es sollte sofort ein Arzt gerufen werden, wenn nach einer Verletzung eine Lähmung, Taubheit oder eine andere Form von Empfindungslosigkeit auftritt. Es ist wichtig zu beachten, dass bei einem Verdacht auf eine Rückenmarksverletzung am Unfallort die Wirbelsäule keinesfalls bewegt werden darf, um eine weitere Schädigung zu vermeiden. Dies gilt ebenso für den folgenden Transport in eine Klinik.

Symptome der Querschnittlähmung

Symptome der Querschnittlähmung

Motorische Defizite

Unter motorischen Defiziten versteht man den Verlust der körperlichen Bewegungsfähigkeit unterhalb des Verletzungsniveaus. Dies kann je nach Schwere der Verletzung von Teillähmungen bis hin zu vollständigen Lähmungen reichen. Querschnittgelähmte haben Schwierigkeiten, ihre Muskeln zu kontrollieren, und können Teile ihres Körpers unterhalb des Verletzungsniveaus überhaupt nicht mehr bewegen.

Sensorische Defizite

Sensorische Defizite beziehen sich auf Beeinträchtigungen der Empfindung und des Tastsinns unterhalb des Verletzungsniveaus. Je nach Schwere der Verletzung kann dies von einem leichten Taubheitsgefühl bis hin zum vollständigen Verlust der Empfindung reichen. Bei Querschnittgelähmten kann es zu einer allgemeinen Abnahme der Empfindlichkeit oder zum völligen Fehlen des Gefühls in bestimmten Körperteilen kommen.

Autonome Dysfunktion

Autonome Funktionsstörungen sind Störungen von Reflexen wie der Blasen- und Darmkontrolle, die auf eine Schädigung der Nervenfasern zurückzuführen sind, die diese Signale vom Gehirn an andere Körperteile weiterleiten. Querschnittgelähmte können dadurch unter Harninkontinenz, eingeschränkter Sexualfunktion, Verstopfung und anderen gastrointestinalen Problemen leiden.

Schmerzsyndrome

Schmerzsyndrome beziehen sich auf anhaltende Beschwerden aufgrund von Schäden oder Reizungen, die durch eine Rückenmarksverletzung verursacht werden. Querschnittgelähmte können unter Beschwerden unterschiedlichen Ausmaßes leiden, die von gelegentlichem Unbehagen bis hin zu chronischen Schmerzen reichen, die Durchführung täglicher Aktivitäten erschweren können und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.

Diagnose einer Querschnittlähmung

Diagnose einer Querschnittslähmung

Die Diagnose und Behandlung der Querschnittslähmung ist ein komplexes und herausforderndes Gebiet der Medizin. Wie wir beschrieben haben, tritt sie auf, wenn das Rückenmark durch Verletzungen oder Krankheiten beeinträchtigt wird, was zu teilweisen oder vollständigen Lähmungen in bestimmten Körperteilen führen kann. Die Diagnose erfolgt in der Regel durch eine gründliche klinische Untersuchung, Bildgebung und neurologische Tests. Sobald die Diagnose gestellt wurde, ist es von entscheidender Bedeutung, sofort mit der Behandlung zu beginnen, um die bestmöglichen Ergebnisse für den Patienten zu erzielen. Die Behandlung umfasst in der Regel eine Kombination aus medizinischer Versorgung, Physiotherapie, Ergotherapie und psychologischer Unterstützung, um den Patienten bei der Bewältigung der physischen und emotionalen Herausforderungen zu helfen, die mit der Querschnittslähmung einhergehen. Darüber hinaus können Hilfsmittel, technologische Fortschritte und unterstützende Dienstleistungen einen entscheidenden Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität von querschnittgelähmten Patienten leisten.

Bildgebende Verfahren zur Diagnose von Querschnittlähmungen

Die bildgebenden Verfahren zur Diagnose von Querschnittlähmungen umfassen Röntgenuntersuchungen, Ultraschallbilder und neurologische Tests. Mit Hilfe von Röntgenaufnahmen kann das Ausmaß der Schädigung an der Wirbelsäule beurteilt werden, während Ultraschallbilder festzustellen helfen können, ob innere Organe von Lähmungen betroffen sind. Neurologische Tests zielen darauf ab, die Funktionsfähigkeit der Nerven zu überprüfen und den Grad der neurologischen Schädigung zu bestimmen. Alle Verfahren tragen maßgeblich dazu bei, eine optimale Behandlung für die Patienten zu planen und die langfristigen Auswirkungen zu verstehen.

Bei Verdacht auf Querschnittslähmung ist eine sofortige Akutbehandlung erforderlich, um weitere Schäden zu verhindern. Dies kann die Immobilisierung der Wirbelsäule, die Anwendung von Medikamenten zur Entzündungshemmung und die Stabilisierung der Atemwege umfassen. Eine schnelle Diagnose und Behandlung können die langfristigen Folgen minimieren.

Behandlungen und Betreuungsangebote bei Querschnittlähmung

Behandlungen und Betreuungsangebote bei Querschnittlähmung

Betroffener erhält Physiotherapie zur Verbesserung seiner Muskulatur

Physikalische Therapie und Rehabilitation

Physikalische Therapie und Rehabilitation sind entscheidende Aspekte bei der Behandlung von Patienten mit Querschnittlähmungen. Die Therapie zielt darauf ab, die Funktionsfähigkeit zu verbessern, den Muskeltonus zu regulieren und die Beweglichkeit zu erhalten. Dazu gehören Übungen zur Stärkung der Muskulatur, Gleichgewichtstraining, Koordinationstraining und Mobilitätsübungen.

Rehabilitation und Physiotherapie spielen eine entscheidende Rolle bei der Stärkung der Autonomie des Patienten. Spezielle Maßnahmen wie Rollstuhltraining, Transferschulung und Mobilitätstraining helfen dem Patienten, sich im Alltag unabhängiger zu bewegen und zu agieren. Darüber hinaus werden auch spezielle Techniken zur Körperpflege und zum Ankleiden erlernt, um die Selbstständigkeit zu fördern.

Medikamentöse Behandlung

In der akuten Phase wird bei Querschnittgelähmten oft eine medikamentöse Behandlung angewendet, um verschiedene Symptome zu kontrollieren. Eine gängige Behandlungsoption ist die Verabreichung von Kortison, um Entzündungen im Rückenmark zu reduzieren und die Nervenzellen zu schützen. Bei einem verlangsamten Herzschlag oder niedrigem Blutdruck kann die Verwendung von speziellen Medikamenten wie Dopamin oder Noradrenalin erforderlich sein, um die Herzfrequenz und den Blutdruck zu stabilisieren.

Zusätzlich ist es wichtig, Blutverdünner zu verabreichen, um das Risiko von Blutgerinnseln zu reduzieren, da Querschnittsgelähmte aufgrund ihrer eingeschränkten Bewegungsfähigkeit und verringerten Blutzirkulation anfällig für die Bildung von Blutgerinnseln sind. Die Behandlung kann die Verwendung von Medikamenten wie Heparin oder Warfarin beinhalten, um die Blutgerinnung zu hemmen und das Risiko von Gefäßverschlüssen zu verringern.

Es ist unerlässlich, dass die medikamentöse Behandlung bei Querschnittgelähmten sorgfältig und regelmäßig von medizinischem Fachpersonal überwacht wird, um potenzielle Komplikationen zu vermeiden.

Von Querschnittlähmung Betroffener sieht sich die Medikamente zur Behandlung seiner Symptome an
Querschnittgelähmter Patient erhält eine OP, um die Ursachen von Lähmung zu behandeln

Chirurgische Eingriffe

Im Zusammenhang mit Querschnittslähmung können auch chirurgische Eingriffe in einer Klinik notwendig sein, um die Ursache von Lähmungen zu behandeln oder um Komplikationen zu verhindern. Dazu gehören Operationen zur Entlastung des Rückenmarks bei Bandscheibenvorfällen oder Tumoren, Wirbelsäulen-Stabilisierungsoperationen und verschiedene Eingriffe zur Verbesserung der Blasen- und Darmfunktion. Da Behandlungsfehler zu schwerwiegenden Komplikationen führen können, ist es wichtig, einen erfahrenen Chirurgen und ein spezialisiertes Team zu wählen. Patienten können das Risiko minimieren, indem sie sich gründlich über die Eingriffe informieren, die behandelnden Ärzte genau auswählen und ihre medizinische Geschichte offenlegen.

Wichtige Hilfsmittel

Lähmungen beeinträchtigen die Kommunikation zwischen Gehirn und Körper, was zu motorischen und sensorischen Einschränkungen führt. Dies kann die Fähigkeit des Patienten beeinträchtigen, sich zu bewegen, zu fühlen und auf Reize zu reagieren.

Zu den wichtigsten Hilfsmitteln und Geräten, die im Alltag zur Unterstützung bei einer Querschnittslähmung beitragen, gehören (Elektro-)Rollstühle, Rollatoren, Scooter, Gehhilfen, orthopädische Korsetts und Blasenkatheter, aber auch spezielle Badewannenlifte, Duschstühle, Bettlagerungssysteme, Zahnspangen, Schienen, Kommunikationsgeräte sowie angepasste Werkzeuge und Geräte für den Haushalt. Hierzu zählen etwa Greifhilfen und adaptive Bestecksets. Alle Hilfsmittel sind für verschiedene Formen der Querschnittlähmung konzipiert, um den Alltag zu erleichtern und die Autonomie zu stärken. Sie können die Mobilität und allgemeine Lebensqualität nachhaltig verbessern.

Betroffener Pflegebedürftiger nutzt einen Elektrorollstuhl als Hilfsmittel

Neuropathische Schmerzen und ihre Behandlung

Neuropathische Schmerzen bei Rückenmarksverletzungen können in zwei Hauptkategorien unterteilt werden: zentrale und periphere Schmerzen. Zentrale Schmerzen treten in der Nähe der Rückenmarksverletzung auf und können als brennend, stechend oder kribbelnd beschrieben werden. Zusätzlich können Patienten auch Empfindungsstörungen oder Taubheit erfahren. Periphere Schmerzen hingegen treten in den Extremitäten auf und werden oft als brennend, prickelnd oder elektrisch beschrieben.

Die Behandlungsmöglichkeiten für diese Art von Beschwerden können Medikamente wie Antidepressiva, Antikonvulsiva oder Opioide umfassen, die den Schmerz lindern und die Symptome kontrollieren können. Physikalische Therapie kann auch hilfreich sein, um die Beweglichkeit zu verbessern und den Schmerz zu reduzieren. Darüber hinaus gibt es alternative Therapien wie Akupunktur, TENS (transkutane elektrische Nervenstimulation) oder Nervenblockaden, die zur Schmerzlinderung eingesetzt werden können.

Insgesamt ist die Behandlung von neuropathischen Beschwerden bei Rückenmarksverletzungen komplex und erfordert in der Regel eine individuelle Herangehensweise, um die Symptome zu kontrollieren und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern.

Psychologische Unterstützung

Das Leben mit einer Rückenmarksverletzung kann emotional sehr belastend sein und auch psychische Auswirkungen haben, die sich in Depressionen oder Angstzuständen niederschlagen. Hier ist nicht nur ein unterstützendes Netzwerk aus Freunden und Familie wichtig, um mit der Erkrankung fertig zu werden, bei Bedarf sollte unbedingt die Hilfe von Fachleuten für psychische Gesundheit in Anspruch genommen werden. Psychologisches Fachpersonal kann bei der Bewältigung von Depressionen und Angstzuständen helfen und z. B. folgende Behandlungsstrategien anbieten:

  • Kognitive Verhaltenstherapie (CBT)
  • Dialektische Verhaltenstherapie (DBT)
  • Akzeptanz- und Selbstverpflichtungstherapie (ACT)
  • Achtsamkeitsbasierte Stressreduzierung (MBSR)
  • Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung, Achtsamkeitsmeditation oder geführte Bilder.

Auch die Teilnahme an Selbsthilfegruppen für Menschen mit Rückenmarksverletzungen kann eine Möglichkeit sein, mit anderen in Kontakt zu treten und Erfahrungen auszutauschen.

Soziale Unterstützungsdienste

Soziale Unterstützungsdienste sind wichtig, um Einsamkeit und Isolation, die bei Menschen mit Rückenmarksverletzungen häufig vorkommen, zu verringern. Sozialarbeiter können praktische Ratschläge geben, wie man Zugang zu Leistungen erhält und welche Hilfsdienste infrage kommen. Sie können auch bei der Arbeitssuche helfen und die Teilnahme an Freizeitaktivitäten unterstützen. Für Menschen mit Rückenmarksverletzungen ist es wichtig, in Gemeinschaft aktiv und in Verbindung mit anderen zu bleiben, damit sich ein emotionales Gleichgewicht stabilisieren kann.

Adaptive Sportarten

Adaptive Sportarten sind ein wichtiger Bestandteil bei der Behandlung von Rückenmarksverletzungen. Sie verbinden körperliche Bewegung mit emotionaler Unterstützung. Betroffene können auf ein breites Angebot wie Rollstuhlbasketball, Rollstuhl-Rugby, Rollstuhltennis oder Bogenschießen zugreifen. Durch die Teilnahme an diesen Aktivitäten können sie ihre Kraft, Flexibilität und Koordination verbessern und sich gleichzeitig mit anderen Menschen in ähnlichen Situationen austauschen.

Berufliche Rehabilitation

Berufliche Rehabilitation ist eine weitere wichtige Form der Betreuung von Menschen mit Querschnittlähmung. In Ihrem Fokus steht die Hilfestellung beim Erwerb der notwendigen Fähigkeiten, um im gewünschten Beruf oder Bereich arbeiten zu können. Zu diesen Leistungen können Berufsausbildung, Unterstützung bei der Arbeitsvermittlung und Beratung bei beruflichen Veränderungen gehören. Berufsberater können auch Ratschläge zu den allgemeinen Herausforderungen einer Arbeit mit Behinderung geben und helfen, individuelle Hindernisse zu meistern.

Zusammenfassung

Zusammenfassung

Insgesamt betrachtet können die Auswirkungen einer Querschnittlähmung auf das tägliche Leben erheblich sein. Sie führen von verminderter Unabhängigkeit bis zu sozialer Isolation. Verschiedene Formen der Unterstützung können dabei helfen, die Erkrankung zu bewältigen und besser mit ihr umzugehen.

Die Behandlung einer Querschnittlähmung ist ein komplexer Prozess, der einen individuellen Ansatz erfordert, um den Bedürfnissen des einzelnen Patienten gerecht zu werden. Die Behandlungsmöglichkeiten reichen dabei von Medikamenten über Physio- und Ergotherapie bis hin zu alternativen Therapien oder Operationen in einer Klinik. Darüber hinaus sollte bei Bedarf psychologische Unterstützung in Betracht gezogen werden. Hilfstechnologien und -geräte können dazu beitragen, Mobilität und tägliche Aktivitäten erheblich zu verbessern, ebenso wie die Ausübung adaptiver Sportarten.

Eine Querschnittlähmung ist eine Lebensherausforderung. Aber es gibt viele Ressourcen und Gemeinschaften, die dabei helfen, neue Wege zu finden und mit der richtigen Unterstützung und der passenden Strategie ein erfülltes Leben zu führen.

Eine Lupe als Symbolbild für ein Quellenverzeichnis

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