Leistungen der Pflegekassen

An dieser Stelle geben wir Ihnen eine Übersicht über die verschiedenen Möglichkeiten und Voraussetzungen bei der Inanspruchnahme von Leistungen der Pflegekassen gemäß den Pflegeleistungen nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) XI

Pflegegeld

Beim Pflegegeld handelt es sich um eine Geldleistung aus der Pflegeversicherung, die der Pflegebedürftige (nicht die pflegende Person!) erhält. So bleibt Pflegebedürftigen die Entscheidung überlassen, wofür sie das Geld verwenden – eine wichtige Voraussetzung, um auch im Pflegefall selbstbestimmt handeln zu können. Üblicherweise gibt er oder sie das Pflegegeld als finanzielle Anerkennung an die Personen weiter, die ihn bzw. sie pflegen und betreuen.
Pflegegeld wird gezahlt, wenn die häusliche Pflege von Angehörigen oder anderen Personen übernommen wird. Die Höhe der Leistung richtet sich nach dem Grad der Pflegebedürftigkeit (Pflegestufe bzw. Pflegegrad).

 

Stand 01.01.2015

Pfle­ge­stufe 0 (mit De­menz*) : 123,-​ € mo­natl.
Pfle­ge­stufe I : 244,-​ € mo­natl.
Pfle­ge­stufe I (mit De­menz*) : 316,-​ € mo­natl.
Pfle­ge­stufe II : 458,-​ € mo­natl.
Pfle­ge­stufe II (mit De­menz*) : 545,-​ € mo­natl.
Pfle­ge­stufe III : 728,-​ € mo­natl.
Pfle­ge­stufe III (mit De­menz*) : 728,-​ € mo­natl.

* Gilt für Per­so­nen mit dau­er­haft er­heb­lich ein­ge­schränk­ter All­tags­kom­pe­tenz im Sinne von § 45a SGB XI -​ das sind vor allem an De­menz er­krankte Men­schen

Pflegesachleistung

Das Leistungsangebot zur häuslichen Pflege, das von professionellen ambulanten Pflegediensten erbracht wird, wird unter dem Begriff (ambulante) „Pflegesachleistungen“ zusammengefasst. Welche Leistungen konkret erbracht werden, hängt vom individuellen Bedarf des Pflegebedürftigen ab. Er wählt aus einem breiten Fächer von einzelnen Leistungen diejenigen, die seine Versorgung am besten gewährleisten. Die Höhe der Leistung hängt wie beim Pflegegeld vom jeweiligen Grad der Pflegebedürftigkeit ab. Pflegesachleistungen werden in den Bereichen Grund- und Behandlungspflege, Beratung, hauswirtschaftliche Versorgung und Betreuung angeboten. Bei erhöhtem Bedarf besteht ein Anspruch auf zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen. Bis zu 40 Prozent der Pflegesachleistungen können für so genannte niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsangebote verwendet werden.

Stand 01.01.2015

Pfle­ge­stufe 0 (mit De­menz*) : 231,-​ € mo­natl.
Pfle­ge­stufe I : 468,-​ € mo­natl.
Pfle­ge­stufe I (mit De­menz*) : 689,-​ € mo­natl.
Pfle­ge­stufe II : 1.144,-​ € mo­natl.
Pfle­ge­stufe II (mit De­menz*) : 1.298,-​ € mo­natl.
Pfle­ge­stufe III : 1.612,-​ € mo­natl.
Pfle­ge­stufe III (mit De­menz*) : 1.612,-​ € mo­natl.
Här­te­fall : 1.995,-​ € mo­natl.
Här­te­fall (mit De­menz*) : 1.995,-​ € mo­natl.

* Gilt für Per­so­nen mit dau­er­haft er­heb­lich ein­ge­schränk­ter All­tags­kom­pe­tenz im Sinne von § 45a SGB XI -​ das sind vor allem an De­menz er­krankte Men­schen

Kombinationsmöglichkeiten

Ambulante Sachleistungen und Pflegegeld können miteinander kombiniert werden, um eine optimale Pflege sicher zu stellen. Das Pflegegeld vermindert sich dann anteilig im Verhältnis um den Wert der in Anspruch genommenen Sachleistungen.

Beispiel: Wer 50 Prozent der ihm zustehenden Sachleistungen (Pflege durch einen ambulanten Pflegedienst) in Anspruch nimmt, erhält daneben noch 50 Prozent des ihm zustehenden Pflegegeldes.

Wichtig: Ambulante Sachleistungen bzw. Pflegegeld werden in vollem Umfang weiter gezahlt, wenn eine pflegebedürftige Person Leistungen der Tages- bzw. Nachtpflege erhält.

Verhinderungspflege

Macht die pri­vate Pfle­ge­per­son Ur­laub oder ist sie durch Krank­heit vor­über­ge­hend an der Pflege ge­hin­dert, über­nimmt die Pfle­ge­ver­si­che­rung die Kos­ten einer Er­satz­pfle­ge.
Ab dem 1. Ja­nuar 2015 ist eine Er­satz­pflege bis zu 6 Wo­chen pro Ka­len­der­jahr mög­lich. Au­ßer­dem kann bis zu 50% des Leis­tungs­be­trags für Kurz­zeit­pflege (das sind bis zu 806 Euro) künf­tig zu­sätz­lich für Ver­hin­de­rungs­pflege aus­ge­ge­ben wer­den. Ver­hin­de­rungs­pflege kann da­durch auf max. 150% des bis­he­ri­gen Be­tra­ges aus­ge­wei­tet wer­den. Der für die Ver­hin­de­rungs­pflege in An­spruch ge­nom­mene Er­hö­hungs­be­trag wird auf den Leis­tungs­be­trag für eine Kurz­zeit­pflege an­ge­rech­net. Bei einer Er­satz­pflege durch nahe An­ge­hö­rige wird die Ver­hin­de­rungs­pflege auch ab 1. Ja­nuar 2015 auf bis zu 6 Wo­chen im Ka­len­der­jahr aus­ge­dehnt. Die Auf­wen­dun­gen sind grund­sätz­lich auf den 1,5fa­chen Be­trag des Pfle­ge­gel­des der fest­ge­stell­ten Pfle­ge­stufe be­schränkt.

Pfle­ge­stufe 0 (mit De­menz*): 1.612 € für Kos­ten einer not­wen­di­gen Er­satz­pflege bis zu 6 Wo­chen

Pfle­ge­stufe I, II oder III : 1.612 € für Kos­ten einer not­wen­di­gen Er­satz­pflege bis zu 6 Wo­chen

* Gilt für Per­so­nen mit dau­er­haft er­heb­lich ein­ge­schränk­ter All­tags­kom­pe­tenz im Sinne von § 45a SGB XI -​ das sind vor allem an De­menz er­krankte Men­schen

Zusätzliche Betreuungsleistungen

Den Be­treu­ungs­be­trag er­hal­ten Ver­si­cherte mit er­heb­lich ein­ge­schränk­ter All­tags­kom­pe­tenz (psy­chisch kran­ke, be­hin­derte oder de­men­zi­ell er­krankte Men­schen). Es wird je nach Be­treu­ungs­be­darf ein Grund­be­trag oder ein er­höh­ter Be­trag ge­währt. Ab dem 1. Ja­nuar 2015 wer­den zu­sätz­li­che Be­treu­ungs­leis­tun­gen um die Mög­lich­keit er­gänzt, nied­rig­schwel­lige Ent­las­tungs­leis­tun­gen in An­spruch zu neh­men. Wer sei­nen An­spruch auf am­bu­lante Pfle­ge­sach­leis­tun­gen nicht voll aus­schöpft, kann zudem ab 1. Ja­nuar 2015 den nicht für den Bezug von am­bu­lan­ten Sach­leis­tun­gen ge­nutz­ten Be­trag – ma­xi­mal aber 40 Pro­zent des hier­für vor­ge­se­he­nen Leis­tungs­be­tra­ges – für nied­rig­schwel­lige Be­treu­ungs-​ und Ent­las­tungs­an­ge­bote ver­wen­den.

Pfle­ge­stufe I, II oder III (ohne er­heb­lich ein­ge­schränk­ter All­tags­kom­pe­tenz): 104,- € monatl.

Pfle­ge­stufe 0, I, II oder III (mit dau­er­haft er­heb­lich ein­ge­schränk­ter All­tags­kom­pe­tenz, der zur In­an­spruch­nahme des Grund­be­tra­ges be­rech­tig­t): 104,- € monatl.

Pfle­ge­stufe 0, I, II oder III (mit dau­er­haft er­heb­lich ein­ge­schränkte All­tags­kom­pe­tenz, der zur In­an­spruch­nahme des er­höh­ten Be­tra­ges be­rech­tig­t): 208,- € monatl.

Für detaillierte Informationen oder weitere Fragen stehen wir Ihnen auch gerne in einem persönlichen Gespräch zur Verfügung.