Leistungen der Pflegekassen

An dieser Stelle geben wir Ihnen eine Übersicht über die verschiedenen Möglichkeiten und Voraussetzungen bei der Inanspruchnahme von Leistungen der Pflegekassen gemäß den Pflegeleistungen nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) XI

Pflegegeld

Beim Pflegegeld handelt es sich um eine Geldleistung aus der Pflegeversicherung, die der Pflegebedürftige (nicht die pflegende Person!) erhält. So bleibt Pflegebedürftigen die Entscheidung überlassen, wofür sie das Geld verwenden – eine wichtige Voraussetzung, um auch im Pflegefall selbstbestimmt handeln zu können. Üblicherweise gibt er oder sie das Pflegegeld als finanzielle Anerkennung an die Personen weiter, die ihn bzw. sie pflegen und betreuen.
Pflegegeld wird gezahlt, wenn die häusliche Pflege von Angehörigen oder anderen Personen übernommen wird. Die Höhe der Leistung richtet sich nach dem Grad der Pflegebedürftigkeit (Pflegegrad).

Stand 01.01.2017

Pfle­ge­grad 1:    0,-​ € mo­natl.
Pfle­ge­grad 2: 316,-​ € mo­natl.
Pfle­ge­grad 3: 545,-​ € mo­natl.
Pfle­ge­grad 4: 728,-​ € mo­natl.
Pfle­ge­grad 5: 901,-​ € mo­natl.

Pflegesachleistung

Das Leistungsangebot zur häuslichen Pflege, das von professionellen ambulanten Pflegediensten erbracht wird, wird unter dem Begriff (ambulante) „Pflegesachleistungen“ zusammengefasst. Welche Leistungen konkret erbracht werden, hängt vom individuellen Bedarf des Pflegebedürftigen ab. Er wählt aus einem breiten Fächer von einzelnen Leistungen diejenigen, die seine Versorgung am besten gewährleisten. Die Höhe der Leistung hängt wie beim Pflegegeld vom jeweiligen Grad der Pflegebedürftigkeit ab. Pflegesachleistungen werden in den Bereichen Grund- und Behandlungspflege, Beratung, hauswirtschaftliche Versorgung und Betreuung angeboten. Bei erhöhtem Bedarf besteht ein Anspruch auf zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen. Bis zu 40 Prozent der Pflegesachleistungen können für so genannte niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsangebote verwendet werden.

Stand 01.01.2017

Pfle­ge­grad 1:      0,-​ € mo­natl.
Pfle­ge­grad 2:   689,-​ € mo­natl.
Pfle­ge­grad 3: 1298,-​ € mo­natl.
Pfle­ge­grad 4: 1612,-​ € mo­natl.
Pfle­ge­grad 5: 1995,-​ € mo­natl.

Kombinationsmöglichkeiten

Ambulante Sachleistungen und Pflegegeld können miteinander kombiniert werden, um eine optimale Pflege sicher zu stellen. Das Pflegegeld vermindert sich dann anteilig im Verhältnis um den Wert der in Anspruch genommenen Sachleistungen.

Beispiel: Wer 50 Prozent der ihm zustehenden Sachleistungen (Pflege durch einen ambulanten Pflegedienst) in Anspruch nimmt, erhält daneben noch 50 Prozent des ihm zustehenden Pflegegeldes.

Wichtig: Ambulante Sachleistungen bzw. Pflegegeld werden in vollem Umfang weiter gezahlt, wenn eine pflegebedürftige Person Leistungen der Tages- bzw. Nachtpflege erhält.

Verhinderungspflege

Macht die pri­vate Pfle­ge­per­son Ur­laub oder ist sie durch Krank­heit vor­über­ge­hend an der Pflege ge­hin­dert, über­nimmt die Pfle­ge­ver­si­che­rung die Kos­ten einer Er­satz­pfle­ge.
Ab dem 1. Ja­nuar 2015 ist eine Er­satz­pflege bis zu 6 Wo­chen pro Ka­len­der­jahr mög­lich. Au­ßer­dem kann bis zu 50% des Leis­tungs­be­trags für Kurz­zeit­pflege (das sind bis zu 806 Euro) künf­tig zu­sätz­lich für Ver­hin­de­rungs­pflege aus­ge­ge­ben wer­den. Ver­hin­de­rungs­pflege kann da­durch auf max. 150% des bis­he­ri­gen Be­tra­ges aus­ge­wei­tet wer­den. Der für die Ver­hin­de­rungs­pflege in An­spruch ge­nom­mene Er­hö­hungs­be­trag wird auf den Leis­tungs­be­trag für eine Kurz­zeit­pflege an­ge­rech­net. Bei einer Er­satz­pflege durch nahe An­ge­hö­rige wird die Ver­hin­de­rungs­pflege auch ab 1. Ja­nuar 2015 auf bis zu 6 Wo­chen im Ka­len­der­jahr aus­ge­dehnt. Die Auf­wen­dun­gen sind grund­sätz­lich auf den 1,5fa­chen Be­trag des Pfle­ge­gel­des der fest­ge­stell­ten Pfle­ge­stufe be­schränkt.

Pfle­ge­grad 1: keine Verhinderungs- oder Kurzzeitpflege

Pfle­ge­grad 2-5: 1.612 € für Kos­ten einer not­wen­di­gen Er­satz­pflege bis zu 6 Wo­chen

Entlastungsbetrag nach §45b

Den Entlastungsbetrag erhalten alle Versicherten mit einem Pflegegrad. Er beträgt 125 € pro Monat und kann für zusätzliche Betreuungsleistungen und niedrigschwellige Entlastungsleistungen in Anspruch genommen werden. Wer seinen Anspruch auf ambulante Pflegesachleistungen nicht voll ausschöpft, kann zudem den nicht für den Bezug von ambulanten Sachleistungen genutzten Betrag – maximal aber 40 Prozent des hierfür vorgesehenen Leistungsbetrages – für niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsangebote verwenden.

Für detaillierte Informationen oder weitere Fragen stehen wir Ihnen auch gerne in einem persönlichen Gespräch zur Verfügung.