Formen der Pflege

Die Pflege- und Betreuungsformen sind überaus vielfältig und abhängig von Ihrer individuellen Situation. Sprechen Sie uns einfach an! Wir stehen Ihnen mit fachkundigem Rat und Einfühlungsvermögen zu Seite. Einen ersten Überblick über die Möglichkeiten finden Sie hier.

24h-Betreuung

Unser Konzept der 24h-Betreuung ermöglicht pflegebedürftigen Menschen bundesweit eine bezahlbare Rundum-Versorgung im vertrauten Zuhause.
Erfahren Sie hier alles über unsere 24h-Betreuung.

zur 24h-Betreuung

Ambulante Pflege

Die Ambulante Pflege in der häuslichen Umgebung stellt die Versorgung mit den Leistungen der Grund- und Behandlungspflege sicher und ist damit eine tragende Säule unseres ganzheitlichen Pflegekonzeptes.

zur Ambulanten Pflege

Grund- und Behandlungspflege

Bei der Versorgung von pflegebedürftigen Menschen unterscheidet die Pflegeversicherung unterschiedliche Arten von pflegerischen Leistungen. In der Praxis hat sich dabei die Einteilung in Grundpflege und Behandlungspflege durchgesetzt.

Grundpflege

In den Bereich der Grundpflege fallen Leistungen und Tätigkeiten der allgemeinen Versorgung eines Pflegebedürftigen. Mit anderen Worten: Grundpflege ist die „allgemeine“ und „direkte“ Pflege des Menschen im Alltag. Pflegeexperten sprechen hier von den so genannten „Aktivitäten des täglichen Lebens“. Die Grundpflege umfasst Unterstützung bei:

  • Körperpflege: Waschen, Duschen, Baden, Zahnpflege, Kämmen, Rasieren, Toilettengang bzw. Wasser lassen und Stuhlgang (inkl. Intimhygiene, Reinigung, Vorlagen wechseln, auch Reinigung und Versorgung von künstlichen Ausgängen)
  • Ernährung: mundgerechtes Zubereiten der Nahrung, Hilfe beim Essen und Trinken
  • Mobilisation: selbstständiges Aufstehen, zu Bett gehen, An- und Ausziehen, Gehen, Stehen, Treppensteigen, Verlassen der Wohnung und Rückkehr (z. B. für Arztbesuche oder Therapieanwendungen)

Die Pflegeperson oder Betreuungskraft kann die benötigte pflegerische Hilfe auf verschiedene Art und Weise leisten: von der Beaufsichtigung, bei der der oder die Pflegebedürftige die Verrichtung ohne weitere Hilfe erledigt, über unterstützende Maßnahmen wie das Bereitstellen eines Rollators, die Anleitung mit Zeigen oder Erläutern, wie etwas funktioniert, bis hin zur teilweisen oder vollständigen Übernahme der jeweiligen Tätigkeit durch die Pflegenden. Für die Einstufung in einen Pflegegrad wird der Grad der Selbständigkeit eines Menschen in den Fokus gerückt bzw. seine Abhängigkeit von personeller Hilfe. Prävention, Verbesserungsmöglichkeiten und die Entwicklung von Ressourcen und Fähigkeiten fließen mit in die Einschätzung ein.

Nicht zur Grundpflege gehören Hilfen bei der Durchführung ärztlicher Verordnungen wie Medikamentenstellung oder Wundpflege aber auch hauswirtschaftliche Tätigkeiten wie Einkaufen, Kochen, Wohnung putzen.

Behandlungspflege

Die Behandlungspflege ist dagegen die „spezielle“ medizinische Pflege. Sie umfasst ärztlich verordnete, diagnostische und therapeutische Maßnahmen, die von Pflegekräften beim Pflegebedürftigen vor Ort durchgeführt werden. Die Behandlungspflege soll akute Beschwerden lindern, eine Verschlechterung verhindern bzw. Verbesserung erreichen. Zur Behandlungspflege gehören u.a. Verbandswechsel, Wundpflege, Medikamentengabe, auch Blutdruck und Blutzucker messen, Injektionen verabreichen (z.B. Insulin), Stützverbände anlegen oder Kompressionsstrümpfe an- und ausziehen.

Darüber hinaus kann Behandlungspflege angeordnet werden, um einen Krankenhausaufenthalt zu verhindern. In diesem Fall wird der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) eingeschaltet. Die Behandlungspflege kann dann bis zu vier Wochen genehmigt werden. Die Kosten trägt die gesetzliche Krankenkasse.

Kurzzeitpflege: stationäre Pflege auf Zeit

Die überwiegende Mehrheit der pflegebedürftigen Menschen in Deutschland wird zu Hause gepflegt – sie leben weiterhin in ihrer eigenen Wohnung oder bei nahen Angehörigen, die die häusliche Pflege übernehmen. Fast die Hälfte wird sogar ausschließlich von ihren Angehörigen versorgt, bei knapp einem Viertel der Pflegebedürftigen findet die Pflege mit Unterstützung eines ambulanten Pflegedienstes statt.

Doch was ist, wenn ein Angehöriger – für eine bestimmte Zeit – ausfällt und die Pflege daheim nicht mehr gewährleistet ist? Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn die bzw. der pflegende Angehörige selbst erkrankt ist oder einfach mal Urlaub braucht, vielleicht auch eine Kur macht, um wieder Kraft zu schöpfen. Auch wenn die pflegebedürftige Person nach einem Krankenhausaufenthalt noch nicht wieder fit genug ist für die Rückkehr nach Hause oder eine Pflegekraft bzw. Pflegeeinrichtung erst noch gefunden werden muss.

In diesen Fällen gibt es die Möglichkeit, die so genannte Kurzzeitpflege in Anspruch zu nehmen: stationäre „Pflege auf Zeit“ in einer dafür geeigneten Pflegeeinrichtung, die vorübergehend eine umfassende und angemessene Pflege sicherstellt. Das ist üblicherweise ein Altenpflegeheim (nach SGB XI). Wenn der Angehörige jedoch eine Vorsorge- oder Rehabilitationsmaßnahme in Anspruch nimmt, kann der Pflegebedürftige gegebenenfalls auch hier oder in einer Einrichtung in der Nähe untergebracht werden, die nicht nach SGB XI zugelassen ist. Die Ausnahmeregelung gilt auch für pflegebedürftige Kinder und Jugendliche, die angemessener in Einrichtungen versorgt werden können, die auf ihre speziellen Bedürfnisse ausgerichtet sind - auch wenn diese keinen entsprechenden Vertrag über Kurzzeitpflege mit der Pflegekasse haben.

Kurzzeitpflege kann bis zu acht Wochen pro Kalenderjahr in Anspruch genommen werden. Dafür stehen max. 1.612 EUR zur Verfügung. Die Leistungshöhe ist dabei unabhängig vom Pflegegrad und wird mit den Ansprüchen für die Verhinderungspflege verrechnet. Das bedeutet, dass max. weitere 1.612 EUR pro Kalenderjahr zur Verfügung stehen, sofern dieser „Topf“ noch unangetastet ist. Damit stehen also insgesamt max. 3.224 EUR für die stationäre Kurzzeitpflege und/oder die ambulante Verhinderungspflege zur Verfügung.

Das Pflegegeld wird während der Kurzzeitpflege auf der Basis des zuletzt bezogenen Pflegegeldes zur Hälfte weiter gezahlt, für den ersten und letzten Tag anteilig in voller Höhe.

Verhinderungspflege: Auszeit für die Angehörigen

Wer pflegebedürftig ist, möchte in der Regel auch in dieser Situation am liebsten in seiner gewohnten Umgebung oder zumindest bei seiner Familie bleiben. Zumeist sind es die Angehörigen - wie Ehepartner oder die erwachsenen Kinder -, die dann ganz oder teilweise die Pflege übernehmen. Sie kümmern sich engagiert und mit Hingabe um ihren Angehörigen. Das erfordert Kraft, körperliche wie emotionale. Doch was tun, wenn pflegende Angehörige krank werden und vorübergehend ausfallen oder einfach mal eine Pause brauchen? Keine Chance, die Akkus wieder aufzuladen? Doch!

Wenn ein privat Pflegender Urlaub macht oder durch Krankheit vorübergehend nicht in der Lage ist, seinen Angehörigen zu pflegen, übernimmt die Pflegeversicherung die Kosten einer Ersatzpflege für längstens sechs Wochen pro Kalenderjahr. Diese Urlaubs- oder Krankheitsvertretung wird Verhinderungspflege genannt. Die entstehenden Kosten sind der Pflegekasse nachzuweisen.

Die Voraussetzung dafür ist, dass die bisherige Pflegeperson den Pflegebedürftigen zuvor mindestens sechs Monate in seiner häuslichen Umgebung gepflegt hat. Die Verhinderungspflege kann auch stundenweise sowie von Versicherten mit mindestens „Pflegegrad 2“ und erheblicher Einschränkung ihrer Alltagskompetenz in Anspruch genommen werden.

Höhe der Leistungen

Für die Verhinderungspflege können Versicherte eine Leistung von bis zu 1.612 EUR pro Kalenderjahr erhalten, wenn die Ersatzpflege von einem ambulanten Pflegedienst oder einer erwerbsmäßig tätigen Pflegeperson geleistet wird. Eine Leistung bis zur gleichen Höhe ist möglich, wenn die Ersatzpflege von Nachbarn oder entfernteren Verwandten (weiter als zweiten Grades verwandt oder verschwägert) übernommen wird.

Springt ein anderer, naher Angehöriger ein und übernimmt die Ersatzpflege, so sind die Leistungen aus der Pflegekasse auf max. 150 % des bisherigen Pflegegeldes begrenzt. Allerdings kann dieser Betrag auf max. 1.612 EUR erhöht werden, wenn nachgewiesen wird, dass die Ersatz-Pflegeperson entsprechend hohe notwendige Ausgaben hat, z.B. weil ihr durch die Pflege hohe Fahrtkosten oder ein Verdienstausfall entstehen.

Wichtig: Während der Verhinderungspflege wird ebenfalls bis zu sechs Wochen pro Jahr die Hälfte des bisherigen Pflegegeldes weiter gezahlt.

Zusätzlich zur den direkten Leistungen der Verhinderungspflege können bis zu 50 % des Leistungsbetrags für Kurzzeitpflege (= max. 806 EUR pro Kalenderjahr) für die Verhinderungspflege eingesetzt werden, insgesamt also bis zu 2.418 EUR. Der für die Verhinderungspflege eingesetzte Betrag wird dann auf den für Kurzzeitpflege zur Verfügung stehenden Betrag angerechnet.

Gut kombiniert: Tages- und Nachtpflege

Die Frage, ob ein Pflegebedürftiger ambulant oder stationär gepflegt werden soll, beschäftigt jeden Pflegebedürftigen und seine Angehörigen. Am häufigsten fällt die Entscheidung zugunsten der häuslichen Pflege aus. Doch nicht immer lässt sich das realisieren.

Die Lösung lautet: teilstationäre Pflege. Denn neben der ausschließlichen Pflege zu Hause und der dauerhaften Unterbringung in einer Pflegeeinrichtung gibt es die Möglichkeit, beide Pflege-Formen zu kombinieren. Das entlastet pflegende Angehörige und ermöglicht dennoch die Pflege zu Hause. Bei der so genannten teilstationären Pflege ist der Pflegebedürftige immer nur für eine bestimmte Zeit des Tages oder auch der Woche in einer stationären Einrichtung untergebracht und wird dort professionell versorgt. Die übrige Zeit verbringt er in der gewohnten Umgebung und wird dort beispielsweise von seinem Angehörigen gepflegt.

Unterschieden wird die Tages- und die Nachtpflege. Für die Leistung der Pflegekasse ist auch hier wieder der jeweilige Einzelfall entscheidend. Der Pflegebedürftige kann Leistungen der Tages- bzw. Nachtpflege in Anspruch nehmen, wenn häusliche Pflege nicht im erforderlichen Umfang zur Verfügung steht. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn der pflegende Angehörige berufstätig ist. In der Zeit, in der der Angehörige arbeitet, wird der Pflegebedürftige dann stationär versorgt.
Beispiel Tagespflege: Hier werden Pflegebedürftige in der Regel morgens abgeholt und nachmittags wieder nach Hause gebracht. Die Pflege und Betreuung tagsüber findet in der stationären Einrichtung statt – der Angehörige kann seinem Beruf nachgehen.

Die Pflegekasse übernimmt für die Tages- und Nachtpflege ausschließlich die pflegebedingten Kosten einschließlich der Kosten für die medizinische Behandlungspflege, die Aufwendungen der sozialen Betreuung sowie die Kosten für eine notwendige Beförderung.

Aber Achtung: Weitere Ausgaben, etwa für Verpflegung und Unterkunft, muss der Pflegebedürftige selbst tragen.

Wichtig: Ambulante Sachleistungen bzw. Pflegegeld werden neben den Leistungen der Tages- bzw. Nachtpflege in vollem Umfang weiter gezahlt. Menschen ab „Pflegegrad 2“ können bei erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz Leistungen der Tages- und Nachtpflege erhalten.

Stundenweise Seniorenbetreuung

Lebensqualität im Alter zu erhalten bedeutet für die meisten Menschen, möglichst lange selbstständig und in den eigenen vier Wänden bleiben zu können. Viele Herausforderungen des Alltags werden dabei mit Hilfe der Angehörigen bewältigt. Doch diese stehen nicht den ganzen Tag zur Verfügung, und es gibt einfach Situationen, in denen zusätzliche Unterstützung eine deutliche Entlastung mit sich bringt, die sowohl den älteren Menschen als auch seinen Angehörigen zugutekommt.

Wer Anspruch auf Leistungen aus der Pflegeversicherung hat, erhält je nach Bedarf regelmäßig Hilfe bei der Grundpflege, der Behandlungspflege oder auch der hauswirtschaftlichen Versorgung. Voraussetzung dafür ist die Einstufung in einen Pflegegrad.

Die Angebote werden nach dem individuellen Hilfebedarf zusammengestellt. Auch Leistungen der Tages- und Nachtpflege können stundenweise genutzt werden.

Ambulante Pflegedienste bieten qualifizierte Unterstützung auch bei der Alltagsgestaltung an. Diese so genannten niedrigschwelligen Angebote umfassen verschiedene Arten der Beschäftigung und sinnvollen, aktivierenden Freizeitgestaltung – zum Beispiel Vorlesen, Spazierengehen, einen Theaterbesuch oder die Begleitung zum Therapeuten. Diese stundenweisen Betreuungsangebote tragen zur Entlastung der Angehörigen bei und ermöglichen den älteren Menschen, auch weiterhin aktiv am Leben teilzunehmen.

Inwieweit die Kosten dafür von der Pflegeversicherung getragen werden, hängt vom Grad der Pflegebedürftigkeit ab.

Niedrigschwellige Angebote: Betreuung und Entlastung

Anspruch darauf haben alle Versicherten, die Leistungen der Pflegekasse beziehen - sprich jede Person mit einem Pflegegrad.

Niedrigschwellige Betreuungsangebote sind Angebote, bei denen Helferinnen und Helfer unter pflegefachlicher Anleitung Pflegebedürftige betreuen. Das kann direkt im häuslichen Umfeld oder außerhalb in Gruppen stattfinden. Die Helfer entlasten und beraten zudem die pflegenden Angehörigen. Das geschieht stundenweise bei Bedarf (und gegen Rechnung).

Wichtig: Pflegedienste oder Personen, die niedrigschwellige Angebote erbringen, müssen nach § 45 b ff SGB XI zertifiziert sein – wie beispielsweise unsere Hausengel Betreuungskräfte.

So wie der individuelle Bedarf von Pflegebedürftigen und pflegenden Angehörigen ganz unterschiedlich ist, gibt es auch eine Fülle von verschiedenen, niedrigschwelligen Angeboten. Sie reichen von der Unterstützung im Haushalt (haushaltsnahe Dienstleistungen, Planung, Einkaufen) über die Beaufsichtigung des Pflegebedürftigen zur Entlastung der Familie (z. B. bei Sturzgefahr), einer sinnvollen Beschäftigung und Alltagsgestaltung bis hin zur Begleitung bei Terminen wie Behördengängen oder Arztbesuchen. Ganz wichtig ist auch die Pflege von sozialen Kontakten. Im Rahmen der zusätzlichen Betreuung können Pflegebedürftige einen Ausflug machen oder ein Konzert besuchen, auf den Friedhof gehen oder einen Spaziergang unternehmen. Mit der Unterstützung ist es vielleicht auch möglich, einem Hobby nachzugehen. Gedächtnistraining und Entspannungsübungen, (Vor-)Lesen, Singen und Gymnastik sind weitere Möglichkeiten, die häusliche Pflege individuell zu gestalten und pflegende Angehörige zugleich zu entlasten.

Wenn Sie Fragen zu den Pflege- und Betreuungsformen haben, helfen wir gerne weiter.
Gemeinsam finden wir eine passende Lösung für Sie und Ihre individuelle Situation.