Das Papier macht deutlich: Live-In-Betreuung, vielen auch als 24-Stunden-Betreuung oder 24-Stunden-Pflege bekannt, ist längst fester Bestandteil der häuslichen Versorgung in Deutschland und wird angesichts des demografischen Wandels weiter an Bedeutung gewinnen. Gleichzeitig benennen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erhebliche Defizite bei Transparenz, Regulierung, Qualitätsstandards sowie rechtlicher Sicherheit.
Zwischen Versorgungsrealität und politischem Stillstand
Das Forschungsnetzwerk betont ausdrücklich, dass die Live-In-Versorgung längst Versorgungsrealität in Deutschland ist und weder ein pauschales Verbot noch ein bloßes „Weiter so“ zielführend seien. Stattdessen brauche es verbindliche Qualitätsstandards, klare Verantwortlichkeiten, transparente Vermittlungsstrukturen und eine bessere Einbettung in bestehende Versorgungsangebote.
Viele der formulierten Empfehlungen fordert Hausengel seit Jahren und hat sie in der Praxis bereits frühzeitig umgesetzt. Dazu zählen feste Ansprechpartner, transparente Vertrags- und Verantwortungsstrukturen, pflegefachliche Beratung und Begleitung während des gesamten Vermittlungs- und Betreuungsprozesses sowie eine strukturierte Bedarfserhebung durch examinierte Fachkräfte. Ergänzt wird dies durch klare Regelungen zu Aufgaben und Zuständigkeiten sowie die Unterstützung im Zusammenspiel verschiedener Unterstützungsangebote.
„Live-In-Betreuung darf nicht isoliert betrachtet werden“, sagt Juliane Bohl, Geschäftsführerin der Hausengel Holding GmbH und Branchenexpertin. „Gute Versorgung funktioniert nur im Zusammenspiel verschiedener Unterstützungsangebote. Genau deshalb setzen wir seit Jahren auf fachliche Begleitung, Beratung und gemischte Versorgungslösungen.“
Besonders relevant sei aus Sicht von Hausengel außerdem die Forderung nach mehr Transparenz im Vermittlungsmarkt. Viele Familien könnten seriöse Anbieter kaum von problematischen oder sogar rechtswidrigen Konstruktionen unterscheiden.
Hausengel übersetzt wissenschaftliche Empfehlungen in konkrete Verbraucherhilfe
Als praktische Orientierungshilfe hat Hausengel deshalb eine Checkliste veröffentlicht, mit der Familien seriöse Agenturen besser erkennen und Angebote gezielt vergleichen können. Die Checkliste übersetzt zentrale Qualitäts- und Transparenzkriterien erstmals in konkrete Verbraucherfragen. Thematisiert werden dabei unter anderem rechtssichere Beschäftigungsmodelle, Transparenz bei Verträgen und Verantwortlichkeiten, Versicherungs- und Arbeitsschutzfragen, pflegefachliche Begleitung, Vertretungsregelungen sowie Qualitätsstandards und Erreichbarkeit.
„Wir wollten wissenschaftliche Empfehlungen in konkrete und verständliche Orientierung übersetzen“, erklärt Bohl. „Familien stehen oft unter enormem Druck und müssen schnell Entscheidungen treffen. Genau deshalb brauchen sie klare Kriterien, mit denen sie seriöse Anbieter erkennen und Angebote besser vergleichen können.“
Die Checkliste soll Familien dabei unterstützen, sich in einem oft schwer überschaubaren Markt besser zu orientieren und informierte Entscheidungen zu treffen. Aus Sicht von Hausengel braucht es dafür nicht nur politische Diskussionen, sondern endlich verbindliche Qualitätsstandards und praktikable Rahmenbedingungen für Familien, Betreuungskräfte und seriöse Anbieter.
Die vollständigen Empfehlungen sind hier abrufbar.
Die Checkliste von Hausengel ist hier zum Download verfügbar.
Übrigens: Die Bedeutung von Qualitätsstandards und Transparenz in der Live-In-Betreuung war auch Thema eines aktuellen Beitrags des rbb Inforadio. Darin erläutert Juliane Bohl, Geschäftsführerin der Hausengel Holding GmbH, worauf Familien bei der Auswahl einer seriösen Agentur achten sollten. Der 6-minütige Radiobeitrag kann auf der Website des rbb angehört werden.
