Hausengel Holding AG

Am 1. Februar 2018 wurde aus der Hausengel Holding GmbH die Hausengel Holding AG. Die Umwandlung ist ein bedeutsamer Schritt, die Zukunftsfähigkeit und Positionierung von Hausengel als wertegeführtes Familienunternehmen zu stärken und für die einzelnen Geschäftsbereiche transparentere Strukturen zu schaffen.

Simon Wenz

Vorteile der neuen Unternehmensstruktur

 
  • Eindeutige Strukturen und Leitung durch 3-köpfigen Vorstand
  • Kontrolle der grundsätzlichen Ausrichtung und Gestaltung des Unternehmens durch Aufsichtsrat
  • Zukünftige Ergänzung des Aussichtsrats durch kompetente Personen ist möglich und angestrebt
  • Bündelung der Hausengel-Gesellschaften unter einem Dach
  • Synergieeffekte, weniger Formalitäten und Kostenreduktion
  • Betreuung und Pflege aus einer Hand
  • AG-Gründung unterstreicht Dauerhaftigkeit des Unternehmens
  • Größere Gestaltungsmöglichkeiten hinsichtlich Kapitalbeschaffung und Mitarbeiterbeteiligung
  • Stärkung der Position als Familienunternehmen

 

 

Erläuterung Organigramm

Vorstellung von Aufsichtsrat, Vorstand und Beirat

"Ein gescheiter Mann muss so gescheit sein, Leute einzustellen, die viel gescheiter sind als er."
John F. Kennedy

Experten-Interview Betreuung in häuslicher Gemeinschaft  

(sogenannte "24-Stunden-Betreuung") 

"Die Hausengel" agieren seit 2005 auf dem deutschen Pflegemarkt. In den letzten Jahren haben sie sich zu einem der größten Anbieter im Bereich der ambulanten Fachpflege sowie Betreuung in häuslicher Gemeinschaft etabliert. Stetig erweitern sie seither ihr Geschäftsfeld. Seit Anfang des Jahres werden alle Aktivitäten der Unternehmensgruppe unter dem Dach einer Aktiengesellschaft gebündelt. Ein eher ungewöhnlicher Schritt für Unternehmen im deutschen Gesundheits- und Pflegesystem. Simon Wenz, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Hausengel Holding AG, sowie Juliane Bohl, Vorstandsmitglied der Hausengel Holding AG, erklären die Entwicklung des Unternehmens sowie die Besonderheiten der sogenannten "24-Stunden-Betreuung".

Nach nur einem Jahr stellen Sie die Entsendung nun wieder ein, woran liegt das?

Simon Wenz: Im operativen Geschäft haben wir gemerkt, dass die Entsendung, so wie sie in unserer Branche betrieben wird, für uns nicht vertretbar ist. Der Entsendung liegt ein Provisionsgeschäft zugrunde, das zwischen deutschen Vermittlungsagenturen und osteuropäischen Entsendeunternehmen läuft. Innerhalb dieses Provisionsgeschäftes ist es üblich, dass das ausländische Entsendeunternehmen dem deutschen Vermittler zwischen 250 und 500 Euro monatliche Provision zahlt. Dieses Provisionsgeschäft führt aber natürlich dazu, dass weniger Geld bei den Betreuungskräften selbst ankommt. Unser Ansatz ist bewusst ein anderer. Denn wir wissen, dass wir nur mit zufriedenen und guten Betreuungskräften nachhaltig erfolgreich sein werden. Und eins ist doch ganz offensichtlich: ohne das klassische Provisionsgeschäft kommt mehr Geld bei der Betreuungskraft selbst an, denn es fällt eine Schnittstelle, die ebenfalls verdienen möchte, weg. Damit erhalten unsere selbständigen Betreuungskräfte durchschnittlich rund 300 Euro mehr als Betreuungskräfte aus der Entsendung. Wir haben uns entschieden, unseren Grundsätzen von Transparenz und Fairness treu zu bleiben und haben deshalb die Entsendung eingestellt.

Daher rekrutieren Sie als einer der wenigen Anbieter Ihre Betreuungskräfte also auch selbst und arbeiten nicht mit einem Partner im Ausland zusammen. Oder gibt es hierfür noch weitere Gründe?

Juliane Bohl: Wir haben einen sehr hohen Qualitätsanspruch. Daher wollen wir die Auswahl geeigneter Betreuungskräfte nicht Dritten überlassen. Mit einer eigenen Struktur im Ausland lassen sich der eigene Qualitätsanspruch und eigene Qualitätssicherungsmaßnahmen einfacher und effektiver umsetzen. Auch die Aus- und Weiterbildung unserer Betreuungskräfte wollen wir an unserer eigenen Akademie verantworten, um auch in Sachen Qualifikation unserer Betreuungskräfte Standards im Markt zu setzen. Unsere eigene Unternehmensstruktur in Osteuropa erleichtert uns darüber hinaus die reibungslose und persönliche Kommunikation mit den Betreuungskräften in deren Heimatländern.

Neben der Betreuung in häuslicher Gemeinschaft bieten Sie auch ambulante Fachpflege an. Auch das ist recht ungewöhnlich.

Simon Wenz: Unseren ersten ambulanten Pflegedienst haben wir vor über 10 Jahren gegründet. Zu dieser Zeit wollte sich kaum ein ambulanter Dienst mit unserer Branche auseinandersetzen. Wir wollten zeigen, dass es durchaus möglich ist, dass Pflegefachkräfte und Betreuungskräfte auf Augenhöhe miteinander arbeiten. Im Lauf der Jahre haben wir gemerkt, dass genau diese Verzahnung von Fachpflege und Betreuung dem Wunsch der Kunden entspricht: Pflegebedürftige und ihre Familien wünschen sich eine bedarfsgerechte Rundum-Versorgung in den eigenen vier Wänden. Das kann ein ambulanter Dienst nicht alleine stemmen. Umgekehrt ist es aber auch essentiell, dass Betreuungskräfte nicht mit medizinischer Pflege beauftragt oder mit ihrer verantwortungsvollen Aufgabe allein gelassen werden.

Wie sieht Ihre Lösung aus?

Juliane Bohl: Der Schulterschluss zur ambulanten Fachpflege ist uns sehr wichtig. Unsere Vision ist, dass Pflegedienste hier mehr Verantwortung übernehmen, damit Familien die Betreuung nicht alleine organisieren und verantworten müssen. So könnte beispielsweise ein Pflegedienst die Betreuung in häuslicher Gemeinschaft für den Pflegebedürftigen organisieren. Die selbständige Betreuungskraft würde sich dann natürlich den Qualitätskriterien des jeweiligen ambulanten Dienstes unterwerfen. Damit würde sie auch der Qualitätsüberwachung des Dienstes (beispielsweise durch regelmäßige Pflegevisiten) unterliegen. Uns ist klar, dass dies nur mittels der klaren Definition und Abgrenzung von Leistungen sowie einer soliden Qualifikation der Betreuungskräfte funktioniert. Daher haben wir auch gemeinsam mit Springer Pflege ein E-Learning entwickelt, das inzwischen sogar als IHK-Ausbildung absolviert werden kann.

Im Zuge der AG-Gründung mussten Sie auch einen Aufsichtsrat gründen. Doch auch vorher hatten Sie schon einen Beirat für Ihr Unternehmen etabliert, wieso?

Juliane Bohl: Wie eingangs beschrieben ist Hausengel inzwischen sehr breit aufgestellt und deckt im Bereich der häuslichen Versorgung eine große Bandbreite an Dienstleistungen ab. In allen Bereichen müssen grundlegende Entscheidungen mit großer Tragweite für das Unternehmen getroffen werden. Umso wichtiger ist es, für die verschiedenen Dienstleistungen einen Berater vom Fach zur Seite zu haben. Dies kann bspw. in Gesprächsrunden stattfinden, in denen wir uns mit anderen unternehmerisch denkenden und erfahrenen Persönlichkeiten austauschen. Der Beirat kann durch seinen von außen kommenden Rat Betriebsblindheit verhindern, neue Wege aufzeigen und das Risiko von Fehlentscheidungen verringern. Außerdem zwingt er uns, eigene Ideen vor anderen zu begründen, was erfolgreiche Konzepte fördert.

Apropos Zukunft, was ist Ihr Plan für die Zukunft von Hausengel?

Simon Wenz: In Zeiten, in denen tendenziell immer mehr Menschen pflegebedürftig werden, immer mehr Menschen zuhause versorgt werden, aber auch immer mehr Menschen alleine leben und auf Hilfe vor Ort angewiesen sind, ist es unser erklärtes Ziel, die regionale Pflege und Versorgung zu verbessern. Das bedeutet zum Beispiel den Aufbau von Netzwerken auf regionaler Ebene, Unterstützung strukturschwacher Gebiete und vor allem die Vernetzung aller an der Pflege Beteiligten. Dabei werden wir immer im Fokus behalten, die ambulante Versorgung zu stärken. Hier stehen wir jedem Anbieter, öffentlichen Einrichtungen oder Ähnlichem jederzeit gerne für Gespräche zur Verfügung. Die richtige Dienstleistung zur richtigen Zeit am richtigen Ort – das ist es, was Betroffene brauchen und wofür wir sorgen möchten.