Faktencheck: wahr oder falsch?

Im Zusammenhang mit der häuslichen Betreuung durch osteuropäische Betreuungskräfte stoßen wir immer wieder auf Behauptungen, die sich nicht selten als weitverbreitete Irrtümer erweisen. In unserer neuen Rubrik räumen wir auf mit den populären Missverständnissen in der „24h-Betreuung“ und sorgen für Klarheit.

Behauptung Nr. 1: Betreuungskräfte bleiben immer drei Monate im Haushalt der Familien

Dass osteuropäische Betreuungskräfte immer für drei Monate im Haushalt der Familien bleiben und danach wieder ins Heimatland zurückkehren, ist eine sehr häufige Annahme im Kontext der »24-Stunden-Betreuung«.

Hintergrund dieser Annahme ist wahrscheinlich die Tatsache, dass in Deutschland nach drei Monaten das Besuchervisum für EU-Bürger ausläuft. Wenn eine Betreuungskraft jedoch auf selbstständiger Basis in Deutschland als Betreuungskraft arbeitet, wie es bei Hausengel der Fall ist, ist ihre Aufenthaltsdauer grundsätzlich nicht beschränkt. Er oder sie könnte also im Grunde so lange in Deutschland arbeiten, wie er oder sie möchte.

Im Rahmen unserer langjährigen Erfahrung zeigen sich jedoch wiederkehrende Muster in der Aufenthaltsdauer der Betreuungskräfte bei einer Familie. Diese zeigen, dass eine Betreuungskraft im Durchschnitt zwei bis drei Monate bei einem Pflegebedürftigen bleibt, bis das Betreuungsverhältnis wechselt und die nächste Betreuungskraft in den Haushalt einzieht. Dies ist für alle Beteiligten eine angemessene und angenehme Zeitspanne, denn auch die Betreuungskraft braucht zwischendurch eine Auszeit von der häufig sehr anstrengenden Pflege oder möchte wieder für eine Weile zurück zu ihrer eigenen Familie in ihr Herkunftsland. Häufig wechseln sich innerhalb einer Familie auch dieselben Betreuungskräfte ab, so dass die Vertrauensbasis nicht immer wieder neu aufgebaut werden muss und den Betreuungskräften die konkrete Pflegesituation bekannt ist.

Fazit: Im selbstständigen Verhältnis, wie es in der Zusammenarbeit mit den Hausengeln der Fall ist, obliegt es der Betreuungskraft, frei zu entscheiden, für welche Zeitspanne sie einen Auftrag annimmt.

Behauptung Nr. 2: Osteuropäische Betreuungskräfte kommen immer aus Polen

Dieses Vorurteil ist nach wie vor weit verbreitet, entspricht aber nicht der Realität. Die Betreuung von Pflegebedürftigen durch osteuropäische Betreuungskräfte stellt in Deutschland mittlerweile – neben der ambulanten und stationären Pflege – eine feste, dritte Versorgungsform dar. Der hohe Bedarf wäre mit polnischen Betreuungskräften allein unmöglich abzudecken.

Faktisch kommen als Herkunftsländer für unsere Betreuungskräfte alle EU-Staaten infrage. Konkret kommen jedoch die meisten Betreuungskräfte bei Hausengel – neben Polen – aus Litauen, Rumänien und Ungarn, gefolgt von Kroatien und Bulgarien. 

In allen genannten Ländern haben wir einen oder sogar mehrere Hausengel-eigene Standorte mit eigenen Mitarbeitern. Diese rekrutieren, betreuen und schulen die Betreuungskräfte schon vor Ort und bereiten sie auf ihren Einsatz in Deutschland vor. 

Fazit: Wir vermuten, dass der Markt an passenden Betreuungskräften aus Polen nahezu erschöpft ist. Hingegen ist das Interesse von Personen anderer osteuropäischer EU-Länder deutlich gestiegen, als Betreuungskraft in Deutschland zu arbeiten. Diese Betreuungskräfte verfügen zum Teil über einen guten Ausbildungs- und Wissensstand im Pflegebereich.