Betreuung in häuslicher Gemeinschaft

Die sorgsame Erfüllung aller pflegerischen Aufgaben, die der Gesetzgeber unter dem Begriff Grundpflege definiert, ist nicht nur eine notwendige Selbstverständlichkeit für unser Tun – die Betreuung und Pflege in häuslicher Gemeinschaft ist uns eine Herzensangelegenheit.

Pflege mit Würde und Respekt

Betreuung in häuslicher Gemeinschaft gibt dem Pflegebedürftigen jedoch noch nicht per se die Würde und den Respekt, den jeder Mensch verdient. Denn oft liegen menschliche Zuwendung und ehrliche Fürsorge jenseits des erforderlichen Pflegeaufwandes. Die Pflege verkümmert dann nicht selten zur reinen Dienstleistung.

Wir bei Hausengel haben diese Entwicklung – auch aufgrund eigener Erfahrung – schon früh erkannt. Sie war uns stets eine Motivation, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und eine Alternative zur Versorgung im Heim anzubieten. Selbstverständlich sind nicht alle Pflegeheime schlecht, aber der Personalschlüssel ist gesetzlich nicht geregelt und eine "Eins-zu-eins-Betreuung" gibt es dort de facto nicht.

24h-Betreuungskraft umarmt pflegebedürftige Frau
Pflegekraft sitzt mit Senior zusammen

Unser Ansatz ist anspruchsvoll, aber wir sind es auch!

Betreuung in häuslicher Gemeinschaft durch einen Hausengel schließt diese Lücke. Hier findet die Betreuung im vertrauten häuslichen Umfeld statt, es gibt Zeit für Gespräche, Spaziergänge – einfach Zeit sich zu kümmern. Für den Pflegebedürftigen und seine Angehörigen ist es eine große Beruhigung zu wissen, dass immer jemand im Haus ist.

Von Beginn an war uns bewusst, dass die Anforderungen an unsere Betreuungs- und Pflegekräfte komplex und mit hohen Erwartungen verbunden sind. Den Herausforderungen an eine solide Ausbildung mit allen fachlichen und sozialen Kompetenzen haben wir uns gestellt und die Hausengel-Akademie gegründet. Seit 2005 haben wir an die 70.000 Vermittlungen von Familien an qualifizierte Betreuungsdienstleister im gesamten Bundesgebiet durchgeführt.

Warum uns unsere Kunden und Betreuungskräfte vertrauen

Warum uns unsere Kunden und Betreuungskräfte vertrauen

Die 4 Geheimnisse der Hausengel-Erfolgsgeschichte

Immer wieder versuchen neue Vermittlungsagenturen für osteuropäische Betreuungskräfte am Pflegemarkt Fuß zu fassen, doch nur wenigen gelingt es, den hohen Anforderungen tatsächlich gerecht zu werden. Dass Hausengel hier eine Ausnahmestellung und Vorbildfunktion einnimmt, liegt unter anderem daran, dass dem Wohl der Betreuungskräfte genauso viel Beachtung geschenkt wird wie jenem der Pflegebedürftigen selbst.

Es ist diese einfache zugrundeliegende Logik, die das Hausengel-Konzept, dem bereits mehrere Tausend Betreuungskräfte vertraut haben, so erfolgreich macht. Nur wenn es der Betreuungskraft gut geht, kann sie sich auch zu 100 % auf den ihr persönlich anvertrauten pflegebedürftigen Menschen einlassen. Es sind diese 100 %, für die man sich bei Hausengel täglich einsetzt. Und es sind vornehmlich folgende 4 Faktoren, auf denen das in Hausengel gesetzte Vertrauen wächst.

Authentizität

Ein Familienunternehmen mit Wurzeln in der eigenen Pflege-Geschichte

„Alles begann, als unser Vater, Großvater und Ehemann dement wurde.“ Wenn Doris Wenz in ihren eigenen Worten auf die Familien- und mehr als 14-jährige Firmengeschichte zurückblickt, dann spürt man in jedem Satz ihre Überzeugung, eine gute Sache mit auf den Weg gebracht zu haben. Überall bei Hausengel spürt man auch nach mehr als 14 Jahren eine gewisse Leidenschaft für diese Sache. Sie ist die DNA des Unternehmens und wird an jedes neue „Familienmitglied“ weitergegeben.

Das Familienunternehmen Hausengel findet seinen Ursprung in einem Schicksal, wie es jeden Tag vielen Familien widerfährt, die urplötzlich mit der Herausforderung konfrontiert sind, dass ein nahestehender Angehöriger pflegebedürftig wird. Nichts ist dann mehr wie vorher, wenn Pflege und Betreuung im häuslichen Umfeld organisiert werden sollen. Es fordert Mut, kostet Kraft und ringt uns weitreichende Entscheidungen ab. Familie Wenz ist diesen schweren Weg gemeinsam gegangen und hat trotz vieler Entbehrungen und Rückschläge aus der Situation etwas Großes geschaffen, von dem heute viele andere betroffene Familien profitieren können, die sich der Situation alleine nicht gewachsen sehen.

Die Geschichte der Familie Wenz ist untrennbar auch mit jener der Betreuungskräfte und deren Entwicklung verzahnt, denn der Erfolg der Pflegevermittlung Marke Hausengel basiert maßgeblich auf einem Konzept, dass sich mit permanenter Weiterentwicklung und fundierter Ausbildung der Betreuungskräfte sowie gelebten Werten und dem Setzen von Standards in der Branche empfiehlt.

Erfahrung

Hausengel-Beraterinnen = ehemalige Betreuungskräfte

Wer schwimmen lernen will, muss ins Wasser gehen, heißt es im Volksmund. So kann man reines Wissen über Dinge zwar weitergeben, aber niemals in seiner Gänze verstehen. Echtes Verstehen resultiert aus eigenen Erfahrungen und ist durch nichts zu ersetzen. Wir können unsere Betreuungskräfte deshalb besser verstehen, weil einige Hausengel-Beraterinnen selbst diese Erfahrungen gesammelt haben und infolgedessen mit den besten Lösungen für heikle Situationen vertraut sind. Und weil Problem- oder Gefühlslagen unmittelbar auftreten können, ist unser Team auch rund um die Uhr für die Betreuungskräfte verfügbar. Unsere Betreuungskräfte sind gleichwertige Geschäftspartner, unsere Zusammenarbeit eine Partnerschaft im positivsten Sinne.

Kooperation

Einzigartiges Modell für die Zusammenarbeit mit Betreuungskräften

Warum einzigartig? Weil wir mit unserem Franchisekonzept unserer Zusammenarbeit eine echte Win-win-Situation zugrunde gelegt haben. In der Praxis bedeutet das: Jede Betreuungskraft, die mit Hausengel zusammenarbeitet, ist ihr eigener Chef! Als Selbstständige kann sie die Aufträge beliebig annehmen oder ablehnen und die Bedingungen frei verhandeln. Wir vereinfachen dafür die Prozesse und übernehmen jeden bürokratischen Aufwand, so dass sich die Betreuungskräfte ohne Belastungen vollständig auf die Betreuung konzentrieren können (100-Prozent-Anspruch!). Bedeutet konkret: Wir stellen unseren Franchisenehmern Spezialisten in den Bereichen Recht, Steuern, Buchhaltung und Verwaltung zur Verfügung, um eine möglichst sorgenfreie Selbstständigkeit zu gewährleisten.

Die Rechtssicherheit des Hausengel-Franchisekonzepts wurde durch die zuständigen Behörden eindeutig bestätigt. Gegenwärtig ist unser Angebot eines der vorteilhaftesten Konzepte für Betreuungskräfte auf dem Markt.

Empathie

In allem was wir tun, sehen wir mit dem Herzen

Wir bemühen uns täglich, unseren Betreuungskräften jede verdiente Wertschätzung entgegenzubringen, die sie verdient haben. Unsere Arbeit basiert auf gegenseitigem Respekt, Einfühlungsvermögen und Hilfsbereitschaft. Wir sind transparent, fair und pflegen eine offene und ehrliche Kommunikation untereinander und mit unseren Betreuungskräften.

Dieser Ansatz dient uns als Leitbild und verbindliche Orientierungshilfe für unser Tun und unterscheidet uns maßgeblich von anderen Vermittlungsagenturen. Schwierige Situationen lassen sich dadurch nicht vermeiden, aber jedes Problem hat eine größere Chance, verbindlich gelöst zu werden.

Selbstverpflichtung als Maxime

Selbstverpflichtung als Maxime

»10 wertvolle Verhaltensstrategien für Betreuungskräfte«

Betreuungskräfte arbeiten nicht selten am Limit ihrer eigen physischen und psychischen Belastbarkeit. Wer dennoch den Beruf von ganzem Herzen liebt, muss auf sich achtgeben. Mit den richtigen Strategien gelingt es, die Balance zu finden und innere Zufriedenheit zur Tugend zu entwickeln.

  1. Sorge für dein Wohlbefinden
    Die zu betreuende Person ist wichtig. Oberste Priorität hat aber dein eigenes Wohlbefinden, denn wenn du nicht für dich selbst sorgst, bist du keine gute Hilfe für deinen dir anvertrauten Pflegebedürftigen. Arbeit und persönliche Gesundheit müssen im Gleichgewicht sein.
  2. Baue kleine Zerstreuungen in deinen Lebensalltag
    Bereits kleine Zerstreuungen steigern deine Lebensqualität und helfen, Stress abzubauen. Ein kleiner Spaziergang in der Natur, zur Frühstückspause in der Sonne sitzen, der Austausch mit Kollegen. Jeder hat etwas, das ihm guttut. Baue dieses Etwas bewusst in deinen Alltag ein und ritualisiere es.
  3. Kenne deine Rechte
    Bleibe beharrlich, wenn Bestimmungen missachtet oder die Grenzen der zulässigen Belastbarkeit überschritten werden. In den meisten Fällen hilft der Austausch mit Kollegen, einer Vertrauensperson oder deinem Vorgesetzten.
  4. Habe keine Angst, Deutsch zu sprechen
    Unabhängig davon, ob du noch Schwierigkeiten mit der korrekten Aussprache hast, deine Sprachqualität gut oder nur mittelmäßig ist. Niemand ist unfehlbar und auch Muttersprachler machen Fehler. Übung macht den Meister! Nutze die Schulungsangebote von Hausengel.
  5. Bleibe fair
    Begegne deinem Betreuten, seiner Familie, den Beratern und Kollegen stets so, wie du es auch selbst von anderen erwartest: mit Achtung, Respekt und Ehrlichkeit. Entwickle das Gebot der Fairness zu deiner inneren Grundhaltung, auch wenn du dich selbst nicht immer fair behandelt fühlst.
  1. Entwickle dich
    Es ist wichtig für die Persönlichkeit, eigene Kompetenzen zu entwickeln. Wer sich nicht entwickelt, gewinnt keine neuen Perspektiven. „Lernen ist wie Rudern gegen den Strom“, heißt es bei Laotse. „Sobald man aufhört, treibt man zurück.“
  2. Pflege deine Beziehungen
    Schaffe Raum für deine eigene Familie und Freunde, die in deiner Heimat leben. Freundschaften und gute Beziehungen überdauern auch große Distanzen, wenn sie gepflegt werden. Das Wissen um die Unterstützung von Freunden, Familie und Verwandten liefert dir Energie für deine Arbeit.
  3. Wechsle öfter mal die Perspektive
    Schwierigen Situationen entkommt man nicht durch Jammern oder Beharren auf seinem Standpunkt. Suche das Gespräch zu einer Person, der du vertraust, und betrachte dein Problem aus einer anderen Blickrichtung. Der Perspektivenwechsel steigert auch deine Empathie-Fähigkeit.
  4. Nimm Hilfe an
    Als Einzelkämpfer wirst du nicht weit kommen. Bedenke, dass du bereits viel gibst. Und wer viel gibt, darf auch mal etwas annehmen. Hilfe annehmen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern die Erkenntnis, dass auch alle anderen von einer Problemsituation profitieren können.
  5. Denke positiv
    Denn denken musst du ja ohnehin schon. Eine positive Einstellung zu deinem Betreuten und seiner Familie kommt am Ende zu dir zurück. Denn alles, was du tust und wie du es tust, formt sich aus deinen guten oder schlechten Gedanken.
Betreuung in häuslicher Gemeinschaft
»Man trägt die Verantwortung für die Gesundheit und das Leben eines anderen Menschen – diese Verantwortung ist riesig.«
Zofia Machon, Betreuungskraft aus Polen
Zofia Machon

Betreuungskräfte im Porträt

Ein Interview mit Zofia Machon

Zofia Machon ist eigentlich Gärtnerin von Beruf. Wir begegnen ihr in ihrer polnischen Heimatstadt Lubartów, etwa 30 km nördlich von Lublin. Hier hat sie 7 Jahre in einer Konditorei gearbeitet, bevor die Umstände sie zwangen umzudenken.

Frau Machon, wie kommt man denn als gelernte Gärtnerin zum Konditoreifach, um schließlich Betreuungskraft zu werden? Die Berufe liegen so gar nicht beieinander.

Zofia Machon: Das stimmt. Aber man kann sich die Umstände nicht immer aussuchen und braucht auch ein bisschen Glück. Ich habe alle Tätigkeiten sehr gemocht. Mit meiner Arbeit in der Konditorei zum Beispiel war ich sehr zufrieden, aber ein unerwarteter Stellenabbau führte dazu, dass ich mich umorientieren musste. Aber ich wusste zum damaligen Zeitpunkt auch, dass jede schwierige Situation auch ihre Schokoladenseiten hat. Das habe ich nicht erst in der Konditorei gelernt.

Wie kamen Sie dann zu der Erkenntnis, als Betreuungskraft arbeiten zu wollen?

Zofia Machon: Ich habe meine kranke Großmutter über mehrere Jahre betreut. Das brachte mir nicht nur Erfahrung im Umgang mit pflegebedürftigen Menschen, sondern auch die Einsicht, dass ich das kann. Ich hatte immer das Gefühl, den richtigen Ton zu treffen und ihr wirklich helfen zu können. Die Erinnerungen an diese Zeit haben meine Zuversicht gestärkt, dass ich es mit einer Berufstätigkeit als Betreuungskraft versuchen sollte.

Und dann haben Sie bei Hausengel angerufen.

Zofia Machon: Nicht sofort. Zuvor arbeitete ich 8 Monate lang bei einem polnischen Dienstleister. Hier war ich aber sehr unzufrieden. Obwohl ich der Arbeit mit Leib und Seele nachgegangen bin, war die Vergütung mager im Verhältnis zu Hingabe und Arbeitsaufwand. Ich war also wieder an dem Punkt, etwas ändern zu wollen. Wenn man unzufrieden ist, muss man etwas ändern, so einfach ist das. Eines Tages rief mich meine Freundin an und berichtete von einem Artikel über Hausengel. Das hat uns so neugierig gemacht, dass wir uns die Kontaktdaten im Internet herausgesucht und bei Hausengel angerufen haben.

Wie war dieser erste Kontakt?

Zofia Machon: Das erste Telefongespräch war nett und angenehm. Ohne Stress. Man hat mir sehr verständlich alles erklärt, was ich wissen wollte. Ja, und so hat alles angefangen.

Und dann haben sie sich einfach mal selbständig gemacht...

Zofia Machon: Als ich erfuhr und verstand, wie das Modell der Zusammenarbeit aussieht, habe ich mich für ein selbständiges Gewerbe entschlossen, weil das für mich am günstigsten war. Ich arbeitete fortan mit Hausengel im Franchisesystem und bin ein selbständiger Unternehmer in Deutschland. Bedenken hatte ich keine, weil ich wusste, dass Hausengel alle behördlichen Belange beaufsichtigt. Die Firma übernahm alle Formalitäten und ich musste mir keine Sorgen machen. Das gab mir viel Sicherheit.

Sie erinnern sich noch sehr gut an Ihren ersten Auftrag

Zofia Machon: Ja, das war im Dezember 2016. Ich hatte große Angst. Jeder neue Auftrag und jede Reise zu einer neuen Stelle ist mit Ängsten verbunden. Das liegt an der Unsicherheit, der Ungewissheit, was passieren wird. Das ist ein natürliches Gefühl.

Und dann stellte sich heraus, dass der ganze Stress unnötig war

Zofia Machon: Genauso war es. Ich erhielt von allen Seiten Unterstützung. Die Atmosphäre in der neuen Familie war sehr freundschaftlich und ich wurde von allen Familienmitgliedern sehr nett aufgenommen. Der Betreuer, den ich ablösen sollte, führte mich sorgsam in meine Aufgaben ein und zeigte mir alles, was nötig war. Das Wichtigste aber war der Betreute selbst, ein ganz lieber, ruhiger und ausgeglichener Mensch, an den ich mich auch heute noch gerne erinnere.

Wie werden Sie denn auf neue Aufträge vorbereitet und haben Sie überhaupt Einfluss darauf, welche Sie annehmen und welche nicht?

Zofia Machon: Ein sehr wichtiger Punkt, auch für meine Entscheidung, mit Hausengel zusammenzuarbeiten. Die Entscheidung, ob ich einen Auftrag annehmen möchte, liegt immer bei mir selbst. Ich habe auch schon Aufträge abgelehnt, bei denen die Rahmenbedingungen für mich einfach nicht gepasst haben. Jede Betreuungskraft hat ihre persönliche Beraterin, die sehr präzise Informationen über den Auftragsinhalt und den Gesundheitszustand der zu betreuenden Person klar und verständlich übermittelt, so dass es keine unangenehmen Überraschungen am Auftragsort gibt. Sollte es wider Erwarten doch einmal einen Notfall geben, sind die Hausengel-Mitarbeiter sofort zur Stelle und helfen.

Was schätzen Sie denn an Ihrer Arbeit als Betreuungskraft besonders?

Zofia Machon: Jeder neue Auftrag ist anders und dadurch bereichernd. Ich lerne immer neue Menschen kennen und muss mich auf sie einstellen. Dadurch lerne ich ständig dazu und mein Erfahrungsschatz wird täglich größer. Außerdem bin ich finanziell abgesichert.

Was würden Sie sagen, welche Eigenschaften eine Betreuungskraft mitbringen sollte?

Zofia Machon: Für eine Tätigkeit in der Betreuung sind Geduld, eine positive Grundeinstellung und Heiterkeit unheimlich wichtig. Aber auch die Fähigkeit zum Organisieren und Gewissenhaftigkeit. Zu den wichtigsten Eigenschaften aber zählt der gesunde Menschenverstand. Er ist mein persönliches Mittel, wenn ich in schwierige Situationen gerate, was bei der Betreuung pflegebedürftiger Menschen manchmal vorkommt.

Das ist sicher nicht immer einfach...

Zofia Machon: Nein, einfach nicht, aber man darf nie vergessen, dass man die Verantwortung für die Gesundheit und das Leben eines anderen Menschen trägt. Diese Verantwortung ist riesig. Und nicht jede schwierige Situation ist automatisch gleich schlecht. Man muss in jeder Situation ihre gute Seite sehen können.

Sie sind ja immer nur für einen gewissen Zeitraum bei Ihren Pflegebedürftigen in den Familien. Reicht das denn, um eine Beziehung aufzubauen und sind Sie beim Abschied eher froh, wenn ein Betreuungsabschnitt zu Ende geht, oder traurig, dass Sie gehen müssen?

Zofia Machon: Beides. Aber nicht froh, eher glücklich, wenn alles gut gelaufen ist. Und voller Vorfreude auf den nächsten pflegebedürftigen Menschen, dem ich begegne. Ich war häufig von den Reaktionen überrascht, wenn ich mich von meinem Betreuten und seiner Familie verabschiedet habe. Nach ein paar zusammen verbrachten Wochen gewöhnen sich die Menschen aneinander und werden sich nah. Abschiede sind dann oft sehr emotional und es fließen auch manchmal Tränen. Man benötigt aber viel Einfühlungsvermögen und muss sich auf die Gewohnheiten und Erwartungen der Familien einlassen. Gelingt das, entwickelt sich häufig eine sehr herzliche Beziehung, die sich auf gegenseitigem Respekt stützt.

In einem fremden Land mit fremder Kultur und Sprache zu arbeiten, verursacht bei vielen Menschen Ängste. Wie beurteilen Sie die Stellung der polnischen Betreuungskräfte in Deutschland?

Zofia Machon: Nach meiner Erfahrung begegnet man den polnischen Betreuungskräften in Deutschland mit einer hohen Wertschätzung. Ich glaube, das liegt an ihrer Natur. Polnische Betreuungskräfte sind gefühlvoll, herzlich, ehrlich, nett und zuvorkommend. Sie sind gewissenhaft in der Haushaltsführung und sehr sensibel bei der Betreuung pflegebedürftiger Menschen.

Was machen Sie in Deutschland, um sich zu erholen?

Zofia Machon: In meiner Freizeit, die ich selbst geplant habe, bin ich viel spazieren gegangen, Rad gefahren und habe die schöne Natur und Architektur genossen. Ich schwärme z. B. noch immer für die malerische Umgebung von Felsberg in der Nähe von Kassel. Hier hatte ich ein Zimmer mit einem atemberaubenden Blick auf einen nahegelegenen Berg, auf dessen Spitze ein mittelalterliches Schloss stand. Wie in einem Märchen! Ich verlor dort mein Herz.

Zum Abschluss bitte ich Sie noch um einen Tipp für angehende Betreuungskräfte.

Zofia Machon: Bleiben wir beim Thema. Erholung ist wichtig. Die Atempausen müssen genauso sorgfältig geplant werden wie die Arbeitsabläufe. Nur so fühle ich mich immer voller Energie, richtig entspannt und positiv eingestellt, was meiner Arbeit und meinem Leben zugutekommt. Beginne jeden Tag mit einem Lächeln, dann wird alles gut!

Das Interview führte Anna Antecka