Betreuung in häuslicher Gemeinschaft

Die sorgsame Erfüllung aller pflegerischen Aufgaben, die der Gesetzgeber unter dem Begriff Grundpflege definiert, ist nicht nur eine notwendige Selbstverständlichkeit für unser Tun – die Betreuung und Pflege in häuslicher Gemeinschaft ist uns eine Herzensangelegenheit.

Unser Ansatz ist anspruchsvoll, aber wir sind es auch!

 

Betreuung in häuslicher Gemeinschaft durch einen Hausengel schließt diese Lücke. Hier findet die Betreuung im vertrauten häuslichen Umfeld statt, es gibt Zeit für Gespräche, Spaziergänge – einfach Zeit, sich zu kümmern. Für den Pflegebedürftigen und seine Angehörigen ist es eine große Beruhigung zu wissen, dass immer jemand im Haus ist.

Von Beginn an war uns bewusst, dass die Anforderungen an unsere Betreuungs- und Pflegekräfte komplex und mit hohen Erwartungen verbunden sind. Den Herausforderungen an eine solide Ausbildung mit allen fachlichen und sozialen Kompetenzen haben wir uns gestellt und die Hausengel-Akademie gegründet. Seit 2005 haben wir an die 70.000 Vermittlungen von Familien an qualifizierte Betreuungsdienstleister im gesamten Bundesgebiet durchgeführt.

Betreuungskräfte im Profil

Ein Interview mit Zofia Machon

»Man trägt die Verantwortung für die Gesundheit und das Leben eines anderen Menschen – diese Verantwortung ist riesig.«

Zofia Machon ist eigentlich Gärtnerin von Beruf. Wir begegnen ihr in ihrer polnischen Heimatstadt Lubartów, etwa 30 km nördlich von Lublin. Hier hat sie 7 Jahre in einem Konditoreiwarengeschäft gearbeitet, bevor die Umstände sie zwangen, umzudenken.

Was schätzen Sie denn an Ihrer Arbeit als Betreuungskraft besonders?

Zofia Machon: Jeder neue Auftrag ist anders und dadurch bereichernd. Ich lerne immer neue Menschen kennen und muss mich auf sie einstellen. Dadurch lerne ich ständig dazu und mein Erfahrungsschatz wird täglich größer. Außerdem bin ich finanziell abgesichert.

"Nicht jede schwierige Situation ist automatisch gleich schlecht. Man muss in jeder Situation auch ihre gute Seite sehen können."

Was würden Sie sagen, welche Eigenschaften eine Betreuungskraft mitbringen sollte?

Zofia Machon: Für eine Tätigkeit in der Betreuung sind Geduld, eine positive Grundeinstellung und Heiterkeit unheimlich wichtig. Aber auch die Fähigkeit zum Organisieren und Gewissenhaftigkeit. Zu den wichtigsten Eigenschaften aber zählt der gesunde Menschenverstand. Er ist mein persönliches Mittel, wenn ich in schwierige Situationen gerate, was bei der Betreuung pflegebedürftiger Menschen manchmal vorkommt.

Das ist sicher nicht immer einfach...

Zofia Machon: Nein, einfach nicht, aber man darf nie vergessen, dass man die Verantwortung für die Gesundheit und das Leben eines anderen Menschen trägt. Diese Verantwortung ist riesig. Und nicht jede schwierige Situation ist automatisch gleich schlecht. Man muss in jeder Situation ihre gute Seite sehen können.

Sie sind ja immer nur für einen gewissen Zeitraum bei Ihren Pflegebedürftigen in den Familien. Reicht das denn, um eine Beziehung aufzubauen und sind Sie beim Abschied eher froh, wenn ein Betreuungsabschnitt zu Ende geht, oder traurig, dass Sie gehen müssen?

Zofia Machon: Beides. Aber nicht froh, eher glücklich, wenn alles gut gelaufen ist. Und voller Vorfreude auf den nächsten pflegebedürftigen Menschen, dem ich begegne. Ich war häufig von den Reaktionen überrascht, wenn ich mich von meinem Betreuten und seiner Familie verabschiedet habe. Nach ein paar zusammen verbrachten Wochen gewöhnen sich die Menschen aneinander und werden sich nah. Abschiede sind dann oft sehr emotional und es fließen auch manchmal Tränen. Man benötigt aber viel Einfühlungsvermögen und muss sich auf die Gewohnheiten und Erwartungen der Familien einlassen. Gelingt das, entwickelt dich häufig eine sehr herzliche Beziehung, die sich auf gegenseitigem Respekt stützt.

In einem fremden Land mit fremder Kultur und Sprache zu arbeiten, verursacht bei vielen Menschen Ängste. Wie beurteilen Sie die Stellung der polnischen Betreuungskräfte in Deutschland?

Zofia Machon: Nach meiner Erfahrung begegnet man den polnischen Betreuungskräften in Deutschland mit einer hohen Wertschätzung. Ich glaube, das liegt an ihrer Natur. Polnische Betreuungskräfte sind gefühlvoll, herzlich, ehrlich, nett und zuvorkommend. Sie sind gewissenhaft in der Haushaltsführung und sehr sensibel bei der Betreuung pflegebedürftiger Menschen.

Was machen Sie in Deutschland, um sich zu erholen?

Zofia Machon: In meiner Freizeit, die ich selbst geplant habe, bin ich viel spazieren gegangen, Rad gefahren und habe die schöne Natur und Architektur genossen. Ich schwärme z. B. noch immer für die malerische Umgebung von Felsberg in der Nähe von Kassel. Hier hatte ich ein Zimmer mit einem atemberaubenden Blick auf einen nahegelegenen Berg, auf dessen Spitze ein mittelalterliches Schloss stand. Wie in einem Märchen! Ich verlor dort mein Herz.

Zum Abschluss bitte ich Sie noch um einen Tipp für angehende Betreuungskräfte.

Zofia Machon: Bleiben wir beim Thema. Erholung ist wichtig. Die Atempausen müssen genauso sorgfältig geplant werden wie die Arbeitsabläufe. Nur so fühle ich mich immer voller Energie, richtig entspannt und positiv eingestellt, was meiner Arbeit und meinem Leben zugutekommt. Beginne jeden Tag mit einem Lächeln, dann wird alles gut!

Das Interview führte Anna Antecka