Unsere Geschichte

Erzählt von Doris Wenz.

„Im Oktober 1995 wurde mein damals 75-jähriger Vater zunehmend vergesslicher. Bis dahin hatte er, selber Krankenpfleger von Beruf, meine Mutter nach ihrem Schlaganfall gepflegt.

Um meinen Vater zu unterstützen, ließ ich mich bei meinem Arbeitgeber – ich war als Fotolaborantin tätig – für ein halbes Jahr beurlauben. Sehr schnell stellte sich heraus, dass mein Vater dement wurde und Pflege brauchte.

Familiäre Pflege für den Vater

Aus der zunächst halbjährigen Beurlaubung wurden stufenweise insgesamt fast 10 Jahre, dann fällte ich die Entscheidung, meinen Beruf endgültig aufzugeben und die Pflege meiner Eltern zu übernehmen. Mein Ehemann und auch mein Sohn Simon unterstützten mich dabei so gut es ging. Schwierig waren die Zeiten, in denen mein Ehemann zum Beispiel auf Dienstreise ins Ausland musste und weder im Verwandten- noch im Bekanntenkreis Hilfe zu organisieren war. Auch dass mein Sohn sein Studium abbrechen musste, um seine Großeltern und mich zu unterstützen, belastete mich sehr.

Erste Erfahrungen mit einer polnischen Pflegekraft

Von Bekannten erfuhren wir, dass es möglich sei, Pflegekräfte aus Polen als Unterstützung für den Haushalt einzuladen.

In unserer Not haben wir diesen Versuch gewagt, anfangs allerdings mit großen Schwierigkeiten. Der junge Pfleger, der sich als erstes bei uns bewähren sollte, war vollkommen überfordert mit der Situation, konnte meinen Vater nicht zur Toilette führen. Und auch die Verständigung war sehr schlecht. Der zweite Versuch war nicht besser, da mein Vater wie auch meine Mutter Angst vor der betreffenden Dame hatten.

Nach diesen entmutigenden Versuchen wollten wir nochmal probieren, Hilfe im Verwandten- und Bekanntenkreis zu organisieren, was aber – leider – wieder nicht gelang.

In einer Zeitungsanzeige entdeckte mein Ehemann dann die Telefonnummer einer in Deutschland lebenden polnischen Frau, die ihre Hilfe anbot. Während eines Telefongespräches wurde uns eine Frau mit guten Deutschkenntnissen gegen eine Vermittlungsgebühr von 1.200,00 DM versprochen. Die Frau sollte 1.000,00 DM monatlich verdienen. In der Hoffnung, geeignete Unterstützung gefunden zu haben, fuhr mein Mann nach Berlin – was von uns etwa 500 km entfernt ist.

Auf der Suche nach einer vertrauensvollen Pflegekraft

Auf einem Parkplatz fand in großer Hektik die „Übergabe“ der Vermittlungsgebühr und das „Entgegennehmen“ der versprochenen Frau statt. Nachdem die Vermittlerin ihr Geld erhalten hatte, war sie auch schon weg und mein Mann alleine mit der Frau. Leider musste er schnell feststellen, dass die Deutschkenntnisse keineswegs gut waren, sie verstand und sprach kaum ein Wort. Auf unsere Kosten fuhr die Frau am nächsten Tag zurück nach Polen.

Die nächste Frau war zunächst viel versprechend, nach ein paar Wochen stellte sich allerdings heraus, dass sie ein Alkoholproblem hatte. Auf diese Weise schlugen mehrere Versuche, über Telefonnummern in Zeitungen eine geeignete Pflegekraft zu bekommen, fehl.

Trotz der vielen Rückschläge stand für uns fest, meinen Vater nicht ins Pflegeheim zu geben. Mein Wunsch war es, ihm die Möglichkeit zu geben, seine letzten Jahre in seiner vertrauten und gewohnten Umgebung, nämlich im Kreise seiner Familie, zu verbringen. Tägliche Rituale wie zum Beispiel das zu Bett bringen mit Hilfe meiner Mutter zeigten mir, wie schön es für ihn war, zu Hause betreut zu werden. Beide konnten beruhigt den Tag beenden und schlafen gehen. Mit viel Ruhe, Geduld und vertrauten Worten konnte ich auch in der Nacht meinen manchmal verängstigten Vater beruhigen. Erst als wir in Kontakt zu einer polnischen Vermittlerin aus Nowogard kamen wendete sich für uns das Blatt und wir bekamen eine gute polnische Betreuungskraft.

Mein Sohn, der Jura studierte, machte mir schnell klar, dass er strikt dagegen ist, die Frau schwarz zu beschäftigen. Daher begann er nach einer Möglichkeit zu suchen, sie legal in Deutschland zu beschäftigen. Nachdem er diesen Weg gefunden und wir unsere polnische Pflegekraft ordnungsgemäß angemeldet hatten, konnten wir eine liebevolle Unterstützung für die Pflege und Betreuung meines Vaters realisieren.

Darauf folgten Anfragen von weiteren Familien, die ebenfalls Unterstützung brauchten und auf der Suche nach einer geeigneten Betreuungskraft waren. Wir halfen ihnen, und so entstand die Hausengel GmbH.

Hausengel als Pflegekräfte

Der erste Hausengel war die polnische Pflegekraft für meinen Vater, nunmehr geben wir unsere Erfahrungen und unser Wissen weiter an alle Familien, die in eine ähnliche Lage wie wir geraten sind und Hilfe brauchen. Als mein Vater verstarb, stellten wir kurze Zeit später fest, dass auch meine Mutter dement wurde. Bis zum heutigen Tag betreue ich gemeinsam mit einem Hausengel meine Mutter und bin froh und glücklich, eine vertrauensvolle, legale und bezahlbare Unterstützung zu haben.

Das gilt auch für unzählige andere Familien. Deren Vertrauen und fortwährender Zuspruch haben dafür gesorgt, dass die Hausengel GmbH wachsen und sich seit ihren Anfängen sehr erfolgreich weiterentwickeln konnte. Das Unternehmen beschäftigt heute in Deutschland 50 fest angestellte Mitarbeiter (Stand: Juli 2011), von denen einige perfekt Polnisch, andere Ungarisch und Litauisch sprechen. 

Die Hausengel Betreuungsdienstleistungen GmbH ist Mitbegründerin der Hausengel Pflegedienste GmbH, an den Standorten Marburg und München beschäftigt diese 35 Mitarbeiter.

Im Zuge einer breiteren Marktabdeckung wurden 2011 weitere rechtlich selbständige Firmen unter dem Dach der Hausengel Unternehmensgruppe gegründet. Von jeher stehen qualitativ hochwertige Betreuung und Pflege in den eigenen vier Wänden der Betroffenen im Fokus aller geschäftlichen Bemühungen. 

Wir werden unser Angebot kontinuierlich erweitern und damit unsere Erfolgsgeschichte fortschreiben."

 

Die Hausengel - Betreuung

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